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Polizeiticker Leipzig Mann am Leipziger Hauptbahnhof vor Auto gestoßen: Fall wird neu aufgerollt
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Mann am Leipziger Hauptbahnhof vor Auto gestoßen: Fall wird neu aufgerollt
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16:01 09.01.2020
Hisham B., hier bei seinem ersten Prozess wegen versuchten Mordes, hofft auf ein milderes Urteil. Quelle: Kempner
Leipzig

Versuchter Totschlag, gefährliche Körperverletzung und mehr: Hisham B. (22) sollte nach dem Willen der 3. Strafkammer des Landgerichts Leipzig für viereinhalb Jahre hinter Gitter. Eine Jugendstrafe. Die Richter hielten den Libyer für schuldig, am 7. September 2017 einen Landsmann am Hauptbahnhof vor ein fahrendes Auto gestoßen zu haben. Doch der Bundesgerichtshof hob das Urteil vom Juni 2018 wieder auf und verwies das Verfahren nach Behördenangaben zurück ans Landgericht. Seit Donnerstag wird der Fall nun von einer anderen Strafkammer erneut aufgerollt.

Streit um Drogen

Laut Staatsanwaltschaft hatte Hisham B., der nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden im Bahnhofsumfeld unter dem Spitznamen „Tam-Tam“ mit Rauschgift dealte, an jenem Septembertag gegen 17 Uhr im Bürgermeister-Müller-Park Streit mit Mohamed A. (34). Offenbar ging es um Drogen. Nach Aktenlage attackierten sich beide Asylbewerber zunächst mit Pfefferspray, dann habe Hisham B. ein Klappmesser gezückt. Sein Landsmann rannte weg, musste dann aber am Fußgängerüberweg vor der Westhalle des Hauptbahnhofs an einer roten Ampel stehen bleiben. Die Anklage geht davon aus, dass Mohamed A. direkt an der Bordsteinkante stand, als „Tam-Tam“ ihn mit beiden Händen auf die Fahrbahn in den fließenden Verkehr stieß. Ein Auto, das mit Tempo 50 fuhr, erfasste den Libyer, der sich dabei Prellungen an Leber und Nieren sowie eine blutende Wunde am linken Fuß zuzog.

Nicht identifiziert

Das Problem im ersten Prozess 2018: Plötzlich behauptete das Opfer, den Angeklagten nicht wiederzuerkennen. Und das, obwohl Mohamed A. seinen Landsmann im Ermittlungsverfahren bei der Polizei eindeutig identifiziert hatte. Das Gericht hielt das allerdings nicht für glaubwürdig. Im Gegensatz zur ursprünglichen Anklage sahen die Richter jedoch keine Mordmerkmale gegeben. Verteidigerin Aline Luderer plädierte sogar auf Freispruch. Auf die Beweisaufnahme könne keine Verurteilung gestützt werden, so die Rechtsanwältin. Sie legte auch Revision gegen das erste Urteil ein – mit Erfolg. Für den neuen Prozess hat das Landgericht Termine bis Februar vorgesehen.

Von Frank Döring

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