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Polizeiticker Leipzig Messerstecherei: Sitzt der Falsche auf der Anklagebank?
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Messerstecherei: Sitzt der Falsche auf der Anklagebank?
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06:31 13.08.2019
Vor Prozessbeginn: Der Angeklagte Ahmad B. (r.) mit seinem Verteidiger Alexander Krell. Quelle: André Kempner
Leipzig

„Er sollte in Haft sein – nicht ich“, betonte Ahmad B. gleich mehrfach vor dem Landgericht. Dort wird dem 23-Jährigen seit Montag der Prozess gemacht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Weihnachten 2018 in Leipzig mit einem Messer auf einen Widersacher eingestochen und ihn schwer an Hals und Schulter verletzt zu haben. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag. Nach Darstellung des Beschuldigten hat er sich jedoch gegen einen massiven Angriff dieses Kontrahenten gewehrt. Dieser sei der Schuldige, er selbst vielmehr das Opfer.

Prozess bis Ende September

Sitzt der Falsche auf der Anklagebank? Das Schwurgericht hat bis Ende September mehrere Prozesstage anberaumt, um die Wahrheit herauszufinden.

Bislang geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass Ahmad B. – ein Palästinenser, der in Syrien aufwuchs – nach einem Streit in der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in der Max-Liebermann-Straße ein Messer gezogen hat. Damit soll er mehrfach auf den 22-jährigen Syrer Darwish K. eingestochen haben.

„Der Angeklagte erkannte, dass ein Stich in den Hals zum Tod führen kann“, sagte Staatsanwalt Torsten Naumann zum Prozessauftakt. Zudem habe es Stichverletzungen in der Schulter und Schnittwunden an der rechten Hand gegeben. Die Staatsanwaltschaft ist zudem der Auffassung, dass der Geschädigte den Angeklagten schließlich überwältigen und ihm mit einem Stein das Messer aus der Hand schlagen konnte.

Streit verlagerte sich

Die verbale Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern hatte am 25. Dezember gegen 0.45 Uhr in einem Zimmer der Einrichtung begonnen. „Wir redeten dort über Gott und die Welt, über Politik und Religion“, berichtete der Angeklagte. „Darwish hat sogar auf Seiten der syrischen Regierung gekämpft. Wenn er so begeistert von ihr ist, warum geht er dann nicht nach Syrien?“, so der Angeklagte. Sein Leben jedenfalls habe diese syrische Regierung kaputtgemacht. Der Streit zwischen den zwei Männern setzte sich nach dem Rauchen außerhalb des Gebäudes fort, hieß es weiter vor Gericht. Den Ort der Auseinandersetzung verlagerten beide schließlich auf eine benachbarte Industriebrache, sodass es keine unmittelbaren Augenzeugen gibt.

Opfer ist unauffindbar

Noch am 25. Dezember wurde Ahmad B. festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Auch er hatte mehrere Verletzungen erlitten, die ärztlich behandelt werden mussten. Tests zufolge hatte er weder Alkohol noch Drogen konsumiert.

Sein damaliger Kontrahent Darwish K. sollte gleich am Montag als Zeuge vor Gericht gehört werden. Er ist aber inzwischen unauffindbar. „Die Ausschreibung zur Aufenthaltsermittlung blieb ohne Erfolg“, sagte der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf.

Von Sabine Kreuz

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