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Polizeiticker Leipzig Mietshaus und Ex-Frau in Leipzig terrorisiert: Anklage gegen zweifachen Vater
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Mietshaus und Ex-Frau in Leipzig terrorisiert: Anklage gegen zweifachen Vater
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15:30 18.11.2019
Der Platz neben Verteidiger Ingo Stolzenburg blieb am Montag leer. Zum Prozessauftakt am Landgericht fehlte der Angeklagte, der Haftbefehl gegen ihn wurde daher wieder in Vollzug gesetzt. Quelle: Kempner
Leipzig

Laut Anklage terrorisierte er Bewohner eines Mietshauses, verfolgte seine Ex-Frau und griff Polizisten an: Erkan A. (29) sollte am Montag wegen Raub, Körperverletzung, Angriffen auf Vollstreckungsbeamte, Bedrohung und Beleidigung vor dem Landgericht Leipzig der Prozess gemacht werden. Doch der aus Mazedonien stammende Angeklagte fehlte unentschuldigt. Polizisten trafen ihn auch zu Hause in der Eisenbahnstraße nicht an. Daher setzte die 6. Strafkammer den Haftbefehl gegen ihn in Vollzug – wegen Fluchtgefahr.

Die Leipziger Staatsanwaltschaft wirft ihm nach Gerichtsangaben insgesamt 13 Fälle vor. Die bislang letzte Tat ereignete sich am 3. Januar dieses Jahres: Da soll Erkan A. gegen 21.30 Uhr in der Konradstraße zwei Jugendliche überfallen und ihnen die Smartphones geraubt haben. Als etwa drei Stunden später, kurz nach Mitternacht, drei Beamte den Tatverdächtigen in der Idastraße fanden und ihn vorläufig festnehmen wollten, eskalierte die Lage. Massiv habe sich der Mann gegen den Zugriff geweigert, die Beamten geschlagen und getreten.

Angst und Schrecken verbreitet

Bereits zuvor soll der Angeklagte Angst und Schrecken verbreitet haben. Mehrfach habe er beispielsweise seine von ihm getrennt lebende Ehefrau in Möckern heimgesucht, geht aus der Anklageschrift hervor, ihr im April 2018 etwa vor den beiden gemeinsamen Kindern gedroht: „Wenn Du heute nicht nach Hause kommst, bringe ich dich um, ich bringe die Kinder um, ich bringe deine Eltern um.“ Auch ein Näherungsverbot, das seine Gattin erwirkte, hielt Erkan A. offenbar nicht von Übergriffen ab. Ende Mai 2018 soll er ihr erneut in Möckern aufgelauert und ihr den Kinderwagen mit dem Sohn entrissen haben. Als eine Nachbarin der Mutter helfen wollte, soll er sie ins Gesicht geschlagen haben. Anfang September versuchte er nach Erkenntnissen der Ermittler, in die Wohnung seiner Frau einzudringen, packte sie schließlich an Haaren und Hals.

Beängstigende Zwischenfälle soll es auch mehrfach in einem Mietshaus in der Eisenbahnstraße gegeben haben, wo Erkan A. bei seinem Vater gemeldet war. Am 14. November 2018 drohte er laut Anklage einer Mieterin: „Morgen bist du tot“, am 22. November trat er gegen die Wohnungstür eines Nachbarn und rief: „Ich krieg dich, ich mach dich tot.“

Haftbefehl angeordnet

Als Polizeibeamte den Beschuldigten an diesem Montag zum Prozess abführen wollten, erklärte ihnen eine Nachbarin, ihn schon seit Tagen nicht gesehen zu haben. Das ganze Haus habe vor ihm Angst, weil er sehr aggressiv sei. Schließlich kam heraus: Erkan A. ist wegen einer drogeninduzierten Psychose seit 13. November in einer geschlossenen Abteilung eines psychischen Krankenhauses. Dem Vernehmen nach konsumiert er seit 2018 Cannabis und Amphetamine. Die 6. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Jens Kaden wertete dies als „einen vom Angeklagten selbst herbeigeführten Zustand der Verhandlungsunfähigkeit“, setzte den Haftbefehl wieder in Vollzug. Beim nächsten Prozesstermin am 25. November soll er dann aus dem Haftkrankenhaus vorgeführt werden.

Von Frank Döring

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