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Polizeiticker Leipzig Millionenschaden durch Drückerkolonnen – Prozess am Landgericht Leipzig
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Millionenschaden durch Drückerkolonnen – Prozess am Landgericht Leipzig
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22:00 11.01.2017
Das Landgericht Leipzig. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Um dubiose Drückerkolonnen geht es seit Mittwoch in einem Prozess gegen Ursel P. (74) und ihren Sohn Arne P. (47) am Leipziger Landgericht. Für ihre von Leipzig aus agierende Firma sollen mindestens 132 Werber tätig gewesen sein, die den Kunden sowohl an der Haustür als auch an Ständen diverse Produkte aus den Bereichen Telekommunikation und Medien verkauft oder Strom- und Gas-Verträge abgeschlossen haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Werber keineswegs selbstständige Vertreter waren, sondern vielmehr einen Angestellten-Status hatten. Deshalb seien die Unternehmens-Chefs dazu verpflichtet gewesen, zwischen 2008 und 2013 für die Mitarbeiter Sozialabgaben (Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung) in Höhe von 1,1 Millionen Euro sowie 160 000 Euro Lohnsteuern zu zahlen, sagte Staatsanwältin Michaela Reinkenhof. Sie lastete den Angeklagten daher 44 Fälle der Steuerhinterziehung und 609 Fälle des sogenannten Vorenthaltens von Arbeitsentgelten an.

Der Anklage zufolge war Ursel P. ab 2008 zwar offiziell die Inhaberin der Firma, die ihrem Sohn Generalvollmacht erteilt hatte. Tatsächlich aber soll er die Firma geleitet haben, den Werbern Arbeitsanweisungen erteilt, Arbeitszeiten und -orte bestimmt haben. Beide Angeklagte wollen sich nicht zu den Vorwürfen äußern, so ihre Anwälte. Der Prozess vor der 11. Wirtschaftsstrafkammer läuft bis 24. April.

Von Sabine Kreuz

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