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Polizeiticker Leipzig Nach Anschlag und Überfall in Leipzig: LKA lobt 100.000 Euro aus
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Nach Anschlag und Überfall in Leipzig: LKA lobt 100.000 Euro aus
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11:09 08.11.2019
Brand in der Prager Straße. Quelle: Jürgen Kleindienst
Dresden

Das Landeskriminalamt Sachsen hat nach dem Übergriff auf eine Projektentwicklerin und dem Anschlag auf Baukräne und einen Bagger in Leipzig eine Belohnung von insgesamt 100.000 Euro ausgesetzt. Das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) erbitte sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, hieß es. Die Summe ist zu je 50.000 Euro für die Aufklärung der beiden Taten bestimmt.

„Wir haben es mit einer neuen Qualität der Gewalt zu tun: Gewalt gegen Menschen und massive Gewalt gegen Sachen. Der gesamte Rechtsstaat ist jetzt gefordert, hier geht es nicht nur um ein lokales Ereignis. Deswegen brauchen wir auch die Mithilfe der Bevölkerung. Der Kampf gegen Extremismus kann nur aus der Mitte der Gesellschaft heraus geführt werden. Wir brauchen die Hinweise der Bevölkerung und die Auslobung soll ein zusätzlicher Anreiz sein - auch in der Höhe“, sagte Innenminister Roland Wöller (CDU) am Freitag in Dresden.

Die Beamten fragen:

Wer kennt die Täter oder Personen aus deren Umfeld?

Wer hat zu den Tatzeiten im näheren oder weiteren Bereich der genannten Tatorte verdächtige Personen und Fahrzeuge gesehen oder sonstige relevante Feststellungen getätigt?

Auch Hinweise aus den Sozialen Medien oder dem Internet, welche bei der Aufklärung der Straftaten helfen könnten, sind für Polizei und Staatsanwaltschaft von Bedeutung.

Belohnung nur für Privatpersonen

Die Belohnung sei ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Mitarbeiter, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehöre, bestimmt. Sollten mehrere Hinweise zur Ermittlung der Täter beitragen, werde der jeweilige Betrag unter den Tippgebern nach der Bedeutung der Aussagen aufgeteilt.

Brennende Baumaschinen

Am 3. Oktober hatten Unbekannte drei Baukräne und einen Bagger auf einer Baustelle an der Leipziger Prager Straße angezündet. Anfang dieser Woche ist dazu ein Bekennerschreiben aufgetaucht. In dem mit „Wir haben die Nacht in Brand gesteckt“ betitelten und im Vergleich zu anderen Stellungnahmen auf dem Portal indymedia.org sehr umfangreichen Text versuchen die Verfasser, den Angriff mit Kapitalismuskritik im Allgemeinen und Vorwürfen an die Immobilienbranche im Speziellen zu legitimieren. Der Chef der ausführenden CG-Gruppe, Christoph Gröner, hat inzwischen selbst reagiert. Er engagierte einen privaten Sicherheitsdienst für seine Mitarbeiter.

Mitten in der Nacht zu Donnerstag weckten laute Explosionen die Anwohner an der Prager und der Platostraße. Zwei Baukräne waren auf der Baustelle des ehemaligen Technischen Rathauses in Brand geraten.

„Hausbesuch“ bei Projektentwicklerin

Der zweite Fall sorgt seit dieser Woche für heftige Diskussionen. Eine 34 Jahre alte Projektentwicklerin war am vergangenen Sonntagin ihrer Wohnung im Leipziger Stadtteil Wahren von zwei Unbekannten überfallen und geschlagen worden. Die Frau arbeitet für eine Immobilienfirma, die aktuell unter anderem in der Connewitzer Wolfgang-Heinze-Straße mehrere neue Eigentumswohnungen baut – im künftigem „Südcarré“.

Im Stadtteil gibt es seit längerem Demonstrationen für bezahlbaren Wohnraum und gegen solche Neubau-Vorhaben. Nicht immer blieben die Proteste friedlich, so wurden in der Vergangenheit auch schon mehrfach Baugeräte beschädigt. Angriffe auf Personen gab es aber bisher nicht.

Hinweise nimmt das LKA unter der Rufnummer 0800 855-2055 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle entgegen.

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