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Polizeiticker Leipzig Nach Messer-Angriff: Gericht setzt 31-Jährigen wieder auf freien Fuß
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Nach Messer-Angriff: Gericht setzt 31-Jährigen wieder auf freien Fuß
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20:02 24.04.2019
„Ich hörte Stimmen“: Maher A. (l.) mit seinem Verteidiger Stephan Wirth im Landgericht. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Der 31-Jährige hatte sich von Gott beauftragt gefühlt, Frauen zu richten, und immer wieder Stimmen gehört. Muss er dauerhaft in die Psychiatrie oder kommt er auf freien Fuß? Wie geht man mit diesem nicht schuldfähigen, weil psychisch kranken Straftäter um? Das Landgericht hat sich am Mittwoch dafür entschieden, den Beschuldigten Maher A. – unter Auflagen – in die Freiheit zu entlassen. Er hatte am 23. August 2018 ein befreundetes Paar in seiner Wohnung im Zentrum-Süd angegriffen – es litt unter Todesängsten. Zuletzt befand sich Maher A. in einer forensisch-psychiatrischen Klinik und wurde zum Prozess in Handschellen vorgeführt.

„Keine akute Gefährdung mehr“

Die 8. Strafkammer ordnete nunmehr die Unterbringung des Syrers in der Psychiatrie, in einem Maßregelvollzug, an. Sie setzte diese Maßnahme allerdings auf Bewährung aus – so wie zuvor von Staatsanwaltschaft und Verteidigung beantragt. Wegen ihres eigenen erhöhten Beratungsbedarfs hatten die Richter die Verkündung ihrer Entscheidung um eine Woche vertagt.

„Der Beschuldigte hat Einsicht gezeigt, dass er krank war und ist und in der damaligen Situation einen akuten Schub hatte“, sagte der Vorsitzende Richter Rüdiger Harr am Mittwoch. Aufgrund der medikamentösen Behandlung der schizophrenen Psychose sei „die Symptomatik abgeklungen“. Es bestehe „keine akute Gefährdung mehr“, so der Richter.

„Schlimmer und einmaliger Fall“

Nach Aktenlage beging der 31-jährige Beschuldigte eine besonders schwere sexuelle Nötigung sowie Nötigung und Körperverletzung in zwei Fällen. Nach Aktenlage hatte Maher A. das Pärchen an jenem Sommerabend attackiert, den Mann aus der Wohnung gezerrt und ausgesperrt. Danach war er über die Frau hergefallen und hatte vor ihrem Gesicht mit einem Messer mit 19 Zentimeter langer Klinge herumgefuchtelt.

Als die 29-Jährige „in Panik zu schreien begann“, so die Staatsanwaltschaft, „hielt er ihr den Mund zu“. Danach habe der Angreifer die Oberbekleidung der Frau hochgeschoben und sie begrapscht. Der 37-jährige Pflegeassistent schilderte als Zeuge, dass Maher A. seiner Partnerin noch damit gedroht habe, sie am nächsten Tag zu töten.

Führungsaufsicht angeordnet

Das Gericht geht von „einem sehr bedauerlichen, schlimmen und einmaligen Fall“ aus. Es ordnete eine fünfjährige Führungsaufsicht an, ergo muss sich der Mann einmal wöchentlichen bei seinem Bewährungshelfer melden, jeden Wechsel von Wohnung und Arbeit mitteilen und sich weiter ambulant medizinisch behandeln lassen. Er erhalte bereits jetzt ein sogenanntes Depotmedikament, eine Spritze, die 28 Tage lang wirkt. Das Gericht untersagte ihm zudem den Konsum von Cannabis sowie überhaupt von Drogen. Wenn er sich an all diese Auflagen nicht halte, werde „schlimmstenfalls die Aussetzung zur Bewährung widerrufen“, so Richter Harr.

Mann will wieder Jura studieren

Maher A. hatte in der syrischen Hauptstadt Damaskus acht Semester lang Jura studiert. Er kam vor etwa vier Jahren nach Deutschland, ist anerkannter Asylbewerber. Seinen Worten zufolge will er noch besser Deutsch lernen, um danach hier weiter Jura studieren zu können. „Mein Ziel ist es, in einem Betrieb zu arbeiten“, sagte er.

Von Sabine Kreuz

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