Nach Stalking: Landgericht Leipzig spricht 39-Jährigen frei
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Nach Stalking: Landgericht Leipzig spricht 39-Jährigen frei

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16:01 21.12.2020
Bei der Urteilsverkündung: Das Leipziger Landgericht spricht Christian S. frei (Symbolbild).
Bei der Urteilsverkündung: Das Leipziger Landgericht spricht Christian S. frei (Symbolbild). Quelle: Jan Peter/dpa
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Leipzig

Ein Stalker, der eine Studentin in Leipzig über viele Monate hinweg terrorisiert haben soll, ist nach Angaben des Leipziger Landgerichts freigesprochen worden. Ihm waren zunächst Dutzende Fälle der Nachstellung und des Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz angelastet worden. So hatte Christian S. (39) laut Staatsanwaltschaft unter anderem Posten in einem Trabi vor dem Haus der Frau bezogen oder ihr seine abgeschnittenen Haare in einem Paket geschickt. Ein Psychiater konnte jedoch nicht ausschließen, dass der Mann zu den Tatzeiten aufgrund einer Erkrankung schuldunfähig war, sagte Verteidigerin Nadine Lippold. Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten aufgrund dessen übereinstimmend Freispruch beantragt.

Der 39-Jährige, bei dem eine Psychose diagnostiziert worden war, befand sich nach einer Reihe von Vorfällen zunächst im Maßregelvollzug, einer Einrichtung hinter Gittern. „Die Voraussetzungen für eine weitere dortige Unterbringung lagen nicht vor“, so die Anwältin. Ihr Mandant wird nach einer Entscheidung des Betreuungsgerichts nun aber weiterhin in einem psychiatrischen Krankenhaus behandelt.

Trickreiche Annäherungsversuche

Wie berichtet, hatte der Koch ab Oktober 2018 über viele Monate hinweg versucht, auch mit verschiedenen Tricks in die Nähe der Frau, einer Nachbarin in der Mariannenstraße, zu kommen. Einmal gab er sich laut Staatsanwaltschaft deshalb auch als Pizzabote aus. Er hatte die Studentin 2014 kennengelernt. Drei Monate nach dem ersten Zusammentreffen wünschte sie aber keinen Kontakt mehr.

Christian S. sei jedoch „uneinsichtig“ gewesen und habe immer wieder zahlreiche aggressive Annäherungsversuche unternommen, hieß es in dem Prozess, der bereits im Oktober vor der 5. Strafkammer des Landgerichts begonnen hatte.

Von Sabine Kreuz