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Polizeiticker Leipzig Nach Suchaktion der Leipziger Polizei: Mädchen wurden nicht entführt
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Nach Suchaktion der Leipziger Polizei: Mädchen wurden nicht entführt

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16:26 13.10.2020
Spezialeinheiten der Polizei fanden die Mädchen in Lindenau (Symbolfoto). Quelle: dpa
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Leipzig

Knapp eine Woche nach der versuchten Entführung von drei kleinen Mädchen in Paunsdorf hat ein weiterer, diesmal aber vermeintlicher Entführungsfall die Leipziger Polizei am Montag in Atem gehalten. Am Dienstagnachmittag stellte die Polizei klar: Die 13- und die 16-Jährige wurden weder gewaltsam in ein Auto gezerrt noch gegen ihren Willen festgehalten.

Rückblick: Wie die Behörde am Vormittag mitteilte, sei am Vorabend kurz nach 20 Uhr ein entsprechender Notruf eingegangen. Die Lage stellte sich als ernstzunehmend dar. Die Polizei leitete umfangreiche Suchmaßnahmen ein, der Ort des Anrufs konnte nach Lindenau zurückverfolgt werden. Um 23 Uhr seien die Mädchen dort in einem Gebäude entdeckt worden. Spezialkräfte mussten sich Zutritt zum Objekt verschaffen. Die Jugendlichen wurden in ärztliche Betreuung übergeben. Kriminaltechniker sicherten bis in die Morgenstunden Spuren. Eltern sowie Personen aus dem der Mädchen wurden befragt.

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Nach der Vernehmung der 13- und der 16-Jährigen könne nun jedoch „ausgeschlossen werden, dass diese gewaltsam in ein Fahrzeug verbracht und/oder gegen ihren Willen in einem Objekt im Ortsteil Lindenau festgehalten wurden“, so die Polizei am Dienstagnachmittag. Der Anfangsverdacht, dass es sich um eine Entführung gehandelt haben könnte, habe sich damit nicht bestätigt. Ebenso könne ausgeschlossen werden, dass „eine Gefahr für Leib und Leben bestand“. Es würde jedoch weiterhin ermittelt, warum sich die beiden Mädchen in dem Gebäude aufhielten, so die Polizei.

Laut Notruf „in Auto gezerrt und eingesperrt“

In dem Notruf am Montag habe die 16-Jährige geschildert, zusammen mit einer 13-Jährigen am Morgen auf dem Weg zur Schule „in ein Fahrzeug gezerrt und danach in ein unbekanntes Objekt verbracht“ worden zu sein, so die Polizei am Dienstagvormittag. Schon da teilte Polizeisprecherin Sandra Freitag aber mit: „Wir gehen aktuell nicht von einer Gefährdung in der Stadt aus.“ Es sei nicht auszuschließen, dass es sich nur um eine ausgedachte Geschichte handelte. Hinweise auf einen möglichen Täter lagen am Morgen ebenfalls nicht vor.

Weitere Angaben zu dem Vorfall wollte die Polizei mit Verweis auf laufende Ermittlungen und die „besonders schutzwürdigen Interessen der beiden Minderjährigen“ zunächst nicht machen.

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Erst vor einer Woche hatte die versuchte Entführung von drei Mädchen die Messestadt in Atem gehalten. Ein Mann versuchte, vor einer Kindertagesstätte und einer Grundschule, vier- und siebenjährige Kinder zu kidnappen. Dies misslang. Ein 42-jähriger Tatverdächtiger konnte gefasst werden und sitzt seit vergangenem Mittwoch in Untersuchungshaft.

Von Robert Nößler/Matthias Puppe/CN