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Polizeiticker Leipzig Notarzt-Einsatz: Angeklagter bricht bei Prozess zusammen
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Notarzt-Einsatz: Angeklagter bricht bei Prozess zusammen
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15:34 11.07.2019
Majid Al-K. muss sich seit dem 16. April 2019 wegen Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauchs vor dem Landgericht Leipzig verantworten. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Notarzt-Einsatz am Leipziger Landgericht: Während einer laufenden Verhandlung um schweren sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung ist der Angeklagte plötzlich zusammengebrochen. Der 48 Jahre alte Mann wurde in die Uniklinik gebracht. Sollte er am nächsten Mittwoch, dem 17. Juli, nicht wieder verhandlungsfähig sein, droht der Prozess zu platzen. Auftakt war bereits am 16. April.

Sechseinhalb Jahre Haft gefordert

Offenbar erlitt der gebürtige Iraker Majid Al-K. einen Kreislaufkollaps, hieß es am Donnerstag. Eine genaue Diagnose sei noch nicht bekannt. Während seines sogenannten letzten Wortes vor der Urteilsverkündung am Mittwochnachmittag war der gelernte Schweißer auf einmal vom Stuhl gefallen. Ursprünglich wollte die 3. Strafkammer noch am Abend ihre Entscheidung verkünden. Die Staatsanwaltschaft hatte sechseinhalb Jahre Haft für den Angeklagten gefordert, die Verteidigung hingegen Freispruch. Majid Al-K. wies alle Schuld von sich.

Opfer war minderjähriger Flüchtling

Wie berichtet, warf ihm die Staatsanwaltschaft 67-fachen schwersten sexuellen Kindesmissbrauch eines syrischen Jungen vor – davon in 33 Fällen in Tateinheit mit Vergewaltigung. Der verheiratete Mann soll sich über zwei Jahre hinweg an dem minderjährigen unbegleiteten Flüchtling vergangen haben. Zwischen Sommer 2016 und Juli 2018 traf er sich nach Erkenntnissen der Behörde mit dem Jungen in einem Wäldchen am Kulkwitzer See oder in der Wohnung eines Bekannten in der Klingenstraße. Zu den Tatzeiten war der Betroffene zwischen 12 und 14 Jahren alt. Der Junge, der ohne Eltern und ohne nahe Verwandte nach Deutschland gekommen war, lebte in einer Einrichtung in Leipzig und nahm regelmäßig Marihuana. „Diese Situation nutzte der Angeklagte aus“, so die Staatsanwaltschaft. Er habe den Jungen für sexuelle Handlungen mit Drogen, Alkohol und Geld bezahlt.

Von Sabine Kreuz

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