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Polizeiticker Leipzig Leipzig: Opfer von Messerstecherei seit Jahren verschwunden
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Leipzig: Opfer von Messerstecherei seit Jahren verschwunden
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17:01 11.06.2019
Nach dem Messerangriff verhandelt das Leipziger Landgericht den Fall. Quelle: Andreas Döring
Leipzig

Das Opfer wäre um ein Haar verblutet: Nach einer Messerstecherei in einer Asylunterkunft bei Leipzig sitzt ein 38-jähriger Marokkaner auf der Anklagebank des Landgerichts. Die Staatsanwaltschaft wirft Hassan A. gefährliche Körperverletzung vor. Demnach geriet der Angeklagte am 31. Juli 2015 gegen 2 Uhr mit dem Tunesier Moncer R. aneinander. Offenbar ging es um Kleinigkeiten. So sollte Hassan A. in seinem 30 Quadratmeter großen Zimmer einen Mitbewohner aufnehmen – einen Landsmann, den er aber nicht leiden konnte. Zudem habe Moncer R. sich geweigert, ihm die Haare zu schneiden, und ihn stattdessen provoziert.

Andere Heimbewohner versuchten noch, die beiden Kontrahenten auseinanderzubringen. Doch sie konnten die blutige Eskalation nicht verhindern. Laut Anklageschrift ging Hassan A. in sein Zimmer und kehrte kurz darauf zurück – bewaffnet mit einem Messer mit 18 Zentimeter langer Klinge. Mit blitzschnellen, schneidenden Bewegungen soll er damit den Tunesier angegriffen haben. Dem Gericht liegen Aufnahmen einer Überwachungskamera vom Flur der Unterkunft vor, welche die Messerattacke zeigen.

Gefahr der Amputation

Moncer R. erlitt bei der Auseinandersetzung drei Schnitte in beide Beine, wodurch nach Angaben des Gerichts alle Muskeln der Oberschenkelmuskulatur durchtrennt wurden. Durch die Schwere der Verletzungen bestand sogar die Gefahr, dass sein linkes Bein hätte amputiert werden müssen. Hinzu kam ein massiver Blutverlust. Heimbewohner aus Libyen, die offenbar durch den Bürgerkrieg in ihrem Heimatland im Umgang mit derart stark blutenden Verletzungen geübt waren, halfen dem Messer-Opfer, bis professionelle Rettungskräfte eintrafen.

Die 8. Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Katrin Seidel hat für den Prozess noch zwei Verhandlungstage eingeplant. Auf einen wichtigen Zeugen muss die Justiz allerdings verzichten: Moncer R. ist seit nunmehr drei Jahren spurlos verschwunden. Die deutschen Behörden haben keinerlei Ahnung, wo sich der Tunesier gegenwärtig aufhält.

Von Frank Döring

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