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Polizeiticker Leipzig Poggenburg startet in Connewitz mit Verspätung – breiter Gegenprotest
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Poggenburg startet in Connewitz mit Verspätung – breiter Gegenprotest
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19:55 21.08.2019
Gegenproteste zur Kundgebung des ehemaligen ADPM-Vorsitzenden André Poggenburg am 21.08.2019 in der Südvorstadt / Connewitz in Leipzig (Sachsen). Quelle: Christian Modla
Leipzig

Die öffentliche Aufmerksamkeit war ihm erneut gewiss: Zum fünften Mal seit Mitte Februar wollte Ex-AfD-Mann André Poggenburg im Szeneviertel Leipzig-Connewitz demonstrieren. Und diesmal ließ ihn die Stadt gewähren, nachdem frühere Versammlungen aus Sicherheitsgründen ins Zentrum verlegt oder kurzfristig abgesagt worden waren.

Für Mittwochabend gab es von der Stadt grünes Licht für eine Kundgebung an der nördlichen Grenze des linksalternativen Stadtteils – allerdings nicht wie von Poggenburg vorgesehen in direkter Nähe zum Linken-Büro „Linxxnet“.

Ein Dutzend Teilnehmer – Kundgebung mit Verspätung

100 Teilnehmer hatte Poggenburg unter dem Motto „Gegen Linke Intoleranz und Aggression“ angemeldet– was ausgesprochen optimistisch war. Etwa ein Dutzend Menschen waren zum Start gegen 18.45 Uhr versammelt. Wegen Problemen mit dem Notstromaggregat begann die Kundgebung mit einer Verspätung von etwa 45 Minuten.

Zum Gegenprotest hingegen kamen mehr als 500 Menschen zusammen, zogen bereits vor dem Beginn der Poggenburg-Kundgebung durch die Straßen. Auch aus einigen Fenstern der umliegenden Häuser hingen Banner, die Unmut über die Veranstaltung des Politikers verlauten ließen. Laut Polizei gab es zunächst „keine nennenswerten Zwischenfälle“.

Poggenburg verlässt von ihm gegründete Partei

Erst vor wenigen Tagen hatte der Ex-Fraktionschef der AfD im sachsen-anhaltischen Landtag seinen Austritt aus der von ihm gegründeten Partei „Aufbruch deutscher Patrioten - Mitteldeutschland“ (AdPM) bekanntgegeben, mit deren Unterstützung er seine bisherigen Leipzig-Auftritte bestritt.

André Poggenburg hat am 21. August 2019 in Leipzig-Connewitz eine Kundgebung abgehalten. Es gab breiten Gegenprotest.

Anfang des Jahres war Poggenburg bereits aus der AfD ausgetreten, nachdem ihm der Bundesvorstand unter anderem wegen einer Hetzrede gegen in Deutschland lebende Türken abgemahnt hatte. Am Mittwoch rief er dennoch dazu auf, bei den anstehenden Landtagswahlen die AfD zu wählen.

Außerdem bot Poggenburg in seiner Ansprache der Leipziger Landtagsabgeordneten Juliane Nagel an, zu einem Gespräch im Linxxnet vorbeizukommen. Die Linkenpolitikerin war in Hörweite unter den Teilnehmern der Gegenproteste. Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ hatte im Vorfeld unter dem Motto „Alle gemeinsam gegen den Faschismus“ mobilisiert.

Hunderte Gegendemonstranten, viel Polizei

Die Polizei ging mit mehreren Hundertschaften in den Einsatz – mehr als bei den vergangenen Poggenburg-Versammlungen, wie Behördensprecher Andreas Loepki auf LVZ-Anfrage mitteilte. „Die Gefahrenprognose ist aber vergleichbar“, sagte er. Es sei davon auszugehen, dass unter den Versammlungsteilnehmern auch gewaltbereite Personen sind.

Zur Unterstützung der Leipziger Beamten seien auch Kräfte aus Thüringen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Bayern und der Bundespolizei im Einsatz gewesen. Zudem waren drei Wasserwerfer positioniert, auch ein Helikopter kreiste über dem Süden der Messestadt.

Vorfälle im Juli

Im Vorfeld der Veranstaltungen kam es laut Polizei aber zu keinen Zwischenfällen wie noch im Juli. Da waren in Connewitz Flyer aufgetaucht, in denen dazu aufgerufen wurde, „den Bullen und Poggenburgs Faschoshaufen den Tag so scheiße wie möglich zu machen“. Außerdem hatte die Polizei Depots mit Pflastersteinen, Flaschen und Fäkalien sichergestellt.

Für Anwohner im Leipziger Süden gingen die Versammlungen am Mittwoch mit erheblichen Verkehrseinschränkungen einher. Autofahrer mussten Halteverbote in der Richard-Lehmann-Straße zwischen Karl-Liebknecht-Straße und Windscheidstraße, in der Kochstraße zwischen Kantstraße und Gustav-Freytag-Straße sowie in der Eichendorffstraße hinnehmen. Bereits ab 14 Uhr wurde dieser Bereich abgesperrt.

Von Frank Döring/jhz

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