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Polizeiticker Leipzig Polizei räumt besetztes „Black Triangle“ in Leipzig
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Polizei räumt besetztes „Black Triangle“ in Leipzig
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15:39 15.01.2019
Großeinsatz der Polizei im Leipziger Süden: Das "Black Triangle" wird geräumt. Quelle: André Kempner
Leipzig

Der Einsatz begann im Morgengrauen: Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am Dienstag das seit rund zweieinhalb Jahren besetzte ehemalige Umspannwerk der Deutschen Bahn im Leipziger Süden geräumt. Das als Black Triangle („Schwarzes Dreieck“) bekannt gewordene alternative Zentrum sei auf Grundlage eines Beschlusses des Amtsgerichts Leipzig „durchsucht und gesichert“ worden, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt zu LVZ.de.

Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs

Im Einsatz waren ab 6 Uhr bis zum Mittag rund 150 Beamte der Polizeidirektion Leipzig, der Bundes- und Bereitschaftspolizei. Eine Drohne unterstützte die konzertierte Polizeiaktion an der Arno-Nitzsche-Straße aus der Luft. Vor Ort seien jedoch keine Personen angetroffen worden. „Alles läuft ruhig und geordnet“, berichtete der Polizeisprecher. Gegen 11.45 Uhr sei die Aktion abgeschlossen worden, welche die Sicherheitsbehörden offiziell als „Durchsuchung“ und nicht als Räumung bezeichneten.

Großeinsatz in Leipzig: Die Polizei hat mit rund 150 Beamten das alternative Zentrum Black Triangle in Leipzig durchsucht. Das ehemalige Umspannwerk war seit rund zweieinhalb Jahren besetzt.

Das leerstehende Gebäude an der Stadtteilgrenze zwischen Connewitz und Lößnig, das sich im Besitz der Deutschen Bahn befindet, war seit Juni 2016 besetzt. Die Durchsuchung sei auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Leipzig durchgeführt worden, erklärte Voigt. Die Anklagebehörde hatte aufgrund eines Strafantrags der Bahn ein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet. „Die Besetzer waren zuletzt mit Fristsetzung bis zum 28. Dezember 2018 durch die Deutsche Bahn erfolglos aufgefordert worden, das widerrechtlich besetzte Grundstück zu verlassen“, informierten Polizei und Staatsanwaltschaft am Nachmittag in einer gemeinsamen Erklärung.

Heizung lief noch, als die Polizei eintraf

Dutzende Polizeifahrzeuge, darunter auch ein Räumpanzer, rückten am Morgen an dem Gleisdreieck an, das dem linksautonomen Zentrum seinen Namen gab. Eine aus Fahrzeugwracks errichtete Sperre am Eingang erschwerte den Einsatzkräften den Zugang zum Gelände, das die Besetzer offensichtlich erst kurz zuvor Hals über Kopf verlassen hatten. In einem Raum seien Heizung und Licht noch eingeschaltet gewesen, so die Polizei.

Durch die Razzia kam es am Morgen zu einer kurzzeitigen Sperrung der Bahnstrecke zwischen den Haltestellen MDR und Völkerschlachtdenkmal. Es sei deshalb auch im Laufe des Vormittags noch zu Verzögerungen im Bahnverkehr gekommen, so die Polizei.

Laut Voigt wurde das Areal nach Abschluss der Durchsuchung an die Bahn übergeben . Es seien Sicherungsmaßnahmen getroffen worden, um das „erneute rechtswidrige Betreten des Grundstücks zu verhindern“, so Polizei und Staatsanwaltschaft.

Das etwa 10.000 Quadratmeter umfassende Gelände war vom „Kulturkollektiv Arno-Nitzsche“, wie sich die Besetzer nannten, zu einem alternativen Zentrum umfunktioniert . Unter anderem fanden dort Konzerte, Filmvorstellungen und gemeinsame Kochabend statt.

Linke kritisieren Polizeiaktion

Die Leipziger Linke übte Kritik am Durchgreifen der Behörden. „Vor dem Hintergrund eines bereits angestrengten Mediationsprozesses mit der Deutschen Bahn, muss die heutige Polizeiaktion als (fehlgeschlagener) Versuch einer Eskalation und Provokation gewertet werden“, teilte die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel gemeinsam mit dem Leipziger Linke-Vorsitzenden und Stadtrat Adam Bednarsky mit.

Beide appellierten an alle Beteiligten „zurückhaltend und friedlich“ zu handeln und warfen die Frage nach kreativen Freiräumen auf, für die die Messestadt weltweit Bekanntheit erlangte. „Wem nutzen Häuser und Fabrikhallen in Leipzig, wenn sie keiner nutzt? Das kann nicht in unserem Interesse sein.“

Mehr zum Thema: Polizei fürchtet Krawalle nach Razzia am „Black Triangle“

Von Robert Nößler

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