Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Leipzig Polizei wirft Leipziger Stura „Fakenews“ vor
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Polizei wirft Leipziger Stura „Fakenews“ vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:19 04.06.2019
Studenten auf dem Uni-Campus am Augustusplatz in Leipzig. Hier fand am 28. Mai eine Polizeikontrolle statt, um die es weiter Streit gibt. (Archivfoto) Quelle: Kempner
Leipzig

Ein unangekündigter Polizeieinsatz auf dem Campus der Uni Leipzig schlägt weiter hohe Wellen. Nach der Kritik des Student_innenRats (Stura), ohne Anlass Kontrollen durchzuführen, hat die Pressestelle der Polizei den Studentenvertretern vorgeworfen, falsche Tatsachen dargestellt zu haben. So hätten Studenten weder ihre Schuhe ausziehen müssen, noch habe es eine exzessive Kontrolle auf dem Uni-Gelände gegeben, sagte Polizeisprecher Andreas Loepki nach Rücksprache mit einer Beamtin, der an der Kontrolle beteiligt war.

Bei dem Einsatz auf dem Campus am Augustusplatz am vergangenen Dienstag sei lediglich der Rucksack einer Person überprüft worden, weil im Vorbeigehen ein Drogenhund angeschlagen habe, so Loepki. Fündig wurden die Beamten jedoch nicht. Der Polizeisprecher zitierte wörtlich aus dem Bericht der Kollegin: „Der Besitzer des Rucksackes hatte damit kein großes Problem. Da wir darin nix festgestellt haben, sind wir weitergegangen. Nix Personenkontrolle, nix Schuhe ausziehen oder sonst was. Dem Studentenrat gehört für diese Falschbehauptungen ordentlich auf die Finger gehauen.“

Stura hält trotz Kritik an Darstellung fest

Zuvor hatte der Stura in einer Mitteilung berichtet, mehrere Studenten seien gegen ihren Willen kontrolliert worden, hätten dabei auch ihre Schuhe ausziehen müssen. Diese Darstellung wies Loepki zurück und zählte die Studentenvertreter dafür in einer E-Mail an die LVZ und andere Medien öffentlich an. „Die den Anschein der Berichterstattung erweckende Meldung ist von A bis Z unseriös (Stichwort Fakenews)“, so der Sprecher.

An seiner Darstellung hielt der Stura dennoch fest, auch wenn es dafür keine Belege gebe, wie Geschäftsführer Nicolas Laible im Gespräch mit LVZ.de einräumte. Es habe sich bei den Aussagen zu den Kontrollen auf dem Campus um Berichte von mehreren Studenten gehandelt, die unabhängig voneinander beim Stura eingegangen seien, so Laible. „Wir sind die Interessenvertreter der Studierenden und es ist unsere Aufgabe, Kritikpunkte öffentlich zu machen, wenn sich jemand in seinen Rechten verletzt sieht.“ In dem Fall stehe nun „Aussage gegen Aussage“, meint Laible.

Jugendliche mit Joint waren Auslöser für Einsatz

Zum Hintergrund des Einsatzes an der Uni, der nicht geplant gewesen sein soll, gab die Polizei auch weitere Details bekannt. Drei Beamten mit Hunden seien im Zuge einer Schwerpunktmaßnahme am Hauptbahnhof zu einer Polizeikontrolle wegen mutmaßlichen Drogenkonsums in die Nikolaistraße gerufen worden und nahmen dabei eine Abkürzung über den Campus. Zivile Einsatzkräfte hatten zuvor in Höhe des B&B-Hotels drei 15 bis 16 Jahre alte Jugendliche festgestellt, die dem Geruch nach einen Joint konsumiert haben sollen.

Laut Loepki riefen Beamte die uniformierten Einsatzkräfte mit dem Spürhund „Max“ als Unterstützung hinzu, um eventuell weggeworfene Drogen ausfindig zu machen. Bei den Jugendlichen fand sich letztlich nur ein Filter-Rest. Loepki schloss nicht aus, dass die 15- und 16-Jährigen bei der Kontrolle auch ihre Schuhe ausziehen mussten – jedoch nicht die Studenten auf dem Campus. „Das ist ein gängiges Versteck für Drogen“, erklärte der Sprecher die Maßnahme.

Polizei: „Werden bei Kontrollen nicht um Erlaubnis fragen“

Dass die Kontrolle auf dem Campus rechtmäßig war, ist für die Polizei aufgrund des öffentlichen Charakters des Uni-Geländes unstrittig. Für den Stura bleibt es jedoch der Hauptkritikpunkt. „Wir haben uns dazu auch mit der Universitätsleitung ausgetauscht. Es wird ein Gutachten des Justiziariats geben, dessen Ergebnis wir in den kommenden Tagen erwarten“, sagte Laible.

Der Stura-Geschäftsführer betonte, dass er sich einen konstruktiven Dialog mit der Polizei wünschen würde und hoffe, dass Kontrollen eine Ausnahme bleiben. „Wir haben nicht vor, tagtäglich über den Campus zu laufen“, sagte Behördensprecher Loepki dazu. „Aber wenn wir das tun, werden wir den Stura sicher nicht um Erlaubnis fragen.“

Von Robert Nößler

Ein 39-Jähriger ergreift am späten Montagabend die Flucht als die Polizei ihn auf der Lousie-Otto-Peters-Allee kontrollieren will. Seine Fahrt endet jedoch unfreiwillig an der Bremer Straße.

04.06.2019

Im Dezember 2015 besetzten sie ein städtisches Grundstück in Leipzig-Paunsdorf: Wagenplatz-Bewohner müssen wegen Hausfriedensbruchs eine Geldstrafe zahlen. Das wurde jetzt rechtskräftig entschieden.

04.06.2019

Dank einer schnellen Reaktion konnte der Busfahrer einen Zusammenstoß verhindern. Für einen Fahrgast hatte das Manöver jedoch schwere Folgen. Der Pkw-Fahrer, der die Vollbremsung auslöste, ist flüchtig.

04.06.2019