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Polizeiticker Leipzig Prozess um Stückelmord: Angeklagter spürt Schuld und Reue
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Prozess um Stückelmord: Angeklagter spürt Schuld und Reue
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15:48 22.12.2017
Angeklagter Dovchin D. vor Gericht.  Quelle: Kempner
Leipzig

 „Ich spüre Schuld und Reue, es tut mir leid, was ich getan habe.“ Sehr leise und in dem großen Sitzungssaal des Landgerichts kaum zu verstehen, sprach am Freitag erstmals der wegen zweifachen Mordes angeklagte Dovchin D. (38). Es war eine Art indirektes Geständnis.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mongolen vor, im April 2016 die Portugiesin Maria D. (43) umgebracht, zerstückelt und die Leichenteile, mit Draht umwickelt und mit Steinen und einem Fahrradständer beschwert, ins Elsterbecken geworfen zu haben. Das zweite Opfer, die Grünauerin Anja B. (40), galt seit November 2016 als vermisst. Ihre sterblichen Überreste wurden im Februar 2017 in der Wohnung des Angeklagten in der Demmeringstraße sowie im verfallenen Apostelhaus entdeckt. Laut Anklage lernte er die Frauen in einer Bar am Lindenauer Markt kennen, lockte sie in seine Wohnung in der Demmeringstraße und erwürgte die betrunkenen Opfer in seinem Bett.

Unklar blieb auch am dritten Verhandlungstag, wie aus einem Familienvater, der nach eigenen Angaben in Ulan Bator eine „glückliche Kindheit“ verbrachte, ein brutaler Stückelkiller werden konnte. Denn während er im Ermittlungsverfahren die Bluttaten gestand, wollte er vor Gericht lediglich zu seinem Lebenslauf aussagen.

Im Februar 1999 kam er nach Deutschland – es war eine Entscheidung der Familie, dass er ins westliche Ausland gehen soll. Hier studierte er unter anderem Elektrotechnik und Bauingenieurwesen, brach das Studium aber nach einigen Jahren ab. In dieser Zeit lernte er seine aus Delitzsch stammende Frau kennen, sie heirateten 2009. Dovchin D. fand einen Job als Konstruktionsmechaniker. Doch die Ehe ging nur einige Jahre gut. Obwohl 2014 die gemeinsame Tochter geboren wurde, trennte sich das Paar im selben Jahr im Streit. Dovchin D. verfiel dem Alkohol und dem Glücksspiel, unterzog sich Ende 2015 für ein Vierteljahr einer klinischen Therapie seiner Spielsucht. Trotz der räumlichen Trennung hatte die Ehe weiterhin Bestand. Erst im Zuge seiner Verhaftung wegen Mordverdachts Ende Februar 2017 reichte die Frau die Scheidung ein. „Er ist ein impulsiver Typ, der kein Nein akzeptiert und mit Wutausbrüchen reagiert.“ Mit diesen Worten beschrieb sie ihren langjährigen Ehemann. Und womöglich liegt darin auch das Motiv für eines der grausamsten Gewaltverbrechen der jüngsten Zeit in Leipzig. Die 1. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Hans Jagenlauf hat für den Prozess noch zwölf Verhandlungstage bis 5. März 2018 geplant.

Von Frank Döring

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