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Polizeiticker Leipzig Prozess wegen Brandstiftung: Angeklagter schweigt weiter
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20:34 16.07.2019
Zum Prozessauftakt am Landgericht Leipzig: der Angeklagte Sven H. aus Markranstädt. Quelle: André Kempner
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Leipzig/Markranstädt

Schwierige Beweisaufnahme im Prozess um die schwere Brandstiftung vor exakt einem Jahr in Markranstädt: Allein am Dienstag, dem zweiten Verhandlungstag, erschienen sechs von acht geladenen Zeugen nicht am Landgericht Leipzig. Und der Angeklagte Sven H. schwieg weiter zu den massiven Vorwürfen. Er soll am 17. Juli 2018 zwischen 4.30 und 5 Uhr in einem Wohnhaus in der Zwenkauer Straße ein Feuer mit verheerenden Folgen gelegt haben. Weil der 36-jährige Tischler damit laut Anklage den Tod der neun schlafenden Bewohner in Kauf genommen habe, lastet ihm die Staatsanwaltschaft zudem neunfachen Mordversuch an. Mögliches Motiv: Wut und Verärgerung darüber, seine On-Off-Freundin Gianna E. weder in ihrer Wohnung noch bei einem anderen Mann – dem gemeinsamen Bekannten Steve S. – angetroffen zu haben.

„Sie hatte Angst vor dem Angeklagten“

Auch Steve S. gilt daher als wichtiger Zeuge. War der Angeklagte eifersüchtig auf ihn? Hielt er ihn für einen Nebenbuhler? „Ich kann doch nicht in Menschen reingucken“, sagte dazu der 40-Jährige – einer der immerhin zwei erschienenen Zeugen. Doch er blieb dabei, nie mit der Frau liiert gewesen zu sein. „Sie war eine gute Freundin und Arbeitskollegin“, reagierte er gereizt auf Nachfragen der Prozessbeteiligten. Vor zwei, drei Jahren hätte er gern eine Beziehung gehabt. „Aber sie wollte nicht“, fügte er hinzu. Zu der Zeit des Brandausbruches in dem Gebäude – in der Wohnung von Gianna E. – sei er mit der Frau per Fahrrad unterwegs gewesen. „Sie hatte Angst vor dem Angeklagten“, so der Mann. Denn der Beschuldigte galt als aggressiv. Das bestätigte der zweite am Dienstag gehörte Zeuge, ein Polizeibeamter: „Ich kenne ihn als Drogenkonsumenten, der ein bisschen durch den Wind ist. Er hat große Stimmungsschwankungen, fährt schnell hoch, auch wieder runter.“ Der Prozess läuft noch bis 27. August – die fehlenden Zeugen sollen dann notfalls von der Polizei vorgeführt werden.

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Von Sabine Kreuz

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