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Polizeiticker Leipzig Reiche Villenbesitzerin in Leipzig ermordet – ging es ums Erbe?
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Reiche Villenbesitzerin in Leipzig ermordet – ging es ums Erbe?
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18:00 26.01.2017
Der Angeklagte Wolfgang H. Quelle: André Kempner
Leipzig

Eine herrschaftliche Villa in Leipzig-Probstheida ist Tatort eines grausamen Mordes geworden. Laut Staatsanwaltschaft wurde die hochbetagte Bewohnerin von einem guten Bekannten umgebracht. Am Donnerstag begann der Prozess gegen einen 63-jährigen Physiotherapeuten. Dabei steht auch die Frage im Raum, ob die Seniorin wegen ihrer üppigen Erbschaft getötet wurde.

Gemeinsam mit seiner Frau soll sich der Angeklagte Wolfgang H., der in der Nähe eine eigene Praxis betreibt, seit etwa 2015 um die 90-jährige Edith A. gekümmert haben. Auch am 28. Juli 2016 habe die allein lebende Villen-Besitzerin aus gesundheitlichen Gründen nach dem Ehepaar verlangt, heißt es in der Anklage. Nachdem der hinzugerufene Rettungsdienst gegen 21.30 Uhr das Haus verlassen hatte, ging auch die Gattin des Angeklagten. Von da an war Wolfgang H. mit dem späteren Opfer allein.

Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller warf dem Beschuldigten zum Prozessauftakt vor, die 90-Jährige in der Zeit zwischen 0 und 0.30 Uhr heimtückisch ermordet zu haben. Obwohl von der alten Dame ohnehin keine größere Gegenwehr mehr zu erwarten gewesen sei, habe sich der Angeklagte entschlossen, sie vor der Tat zu betäuben. Deshalb soll Wolfgang H. ihr ein mit Äther getränktes Tuch auf das Gesicht gelegt und sie anschließend mit einem Kissen erstickt haben. Um seine Spuren zu verwischen, versteckte er das mit Äther getränkte Tuch schließlich im Keller, heißt es in der Anklageschrift. Dann soll er gewartet haben, bis ein Notarzt gegen 6 Uhr den Tod von Edith A. feststellte. Er selbst sagte zunächst aus, die Frau erst gegen 6 Uhr leblos aufgefunden zu haben. Bei der Obduktion stellte sich aber heraus, dass die Seniorin keineswegs eines natürlichen Todes gestorben war.

In späteren Vernehmungen soll der Angeklagte die Tötung der Frau eingeräumt haben, hieß es, dies sei jedoch auf ihr Verlangen hin geschehen, um ihr unnötige Leiden zu ersparen. Die Anklagebehörde geht hingegen von Heimtücke aus. Die Ermittler halten ein anderes, gewichtiges Motiv für wahrscheinlicher. Denn es steht auch der Verdacht im Raum, dass Wolfgang H. zum Mörder geworden sein könnte, weil er die beträchtliche Erbschaft, die er von Edith A. erhalten sollte, in Gefahr sah. Demnach wollte ihn die vermögende Probstheidaerin aus ihrem Testament streichen lassen. In dem Falle käme auch eine Verurteilung wegen Mordes aus Habgier in Betracht, hieß es.

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts hat für den Prozess noch fünf Verhandlungstage bis Anfang März geplant. Zum nächsten Termin in zwei Wochen will der Angeklagte eine Erklärung zu den massiven Tatvorwürfen abgeben.

Von Frank Döring

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