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Polizeiticker Leipzig Schießerei in Leipzig: Mordopfer ist ein 24-jähriger Türke
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Schießerei in Leipzig: Mordopfer ist ein 24-jähriger Türke
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18:34 08.08.2019
Der Tatort an der Kneipe „Zum fröhlichen Zecher“. Quelle: André Kempner
Leipzig

Bei dem am Mittwochmorgen in Leipzig erschossenen Mann handelt es sich um einen 24 Jahre alten Türken. Das bestätigte Ricardo Schulz, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf LVZ-Anfrage. Die Gewalttat ereignete sich gegen 3.30 Uhr an der Kneipe „Zum fröhlichen Zecher“ in der Georg-Schumann-Straße. Das Opfer sei inzwischen in der Gerichtsmedizin obduziert worden. Die konkreten Ergebnisse der Untersuchung werden laut Schulz aber zunächst nicht veröffentlicht. Weiterhin werde in alle Richtungen ermittelt. Die Beamten untersuchten dabei, ob die Tat ihren Hintergrund in der Spielautomatenszene hat oder ob auch Drogengeschäfte eine Rolle spielen könnten.

Das Verbrechen bleibt in Leipzig Gesprächsthema Nummer eins. Viele Details liegen allerdings nur im Dunkeln. Der Täter hat offenbar vor der Kneipe das Feuer eröffnet. Ein Anwohner berichtete von sechs Schüssen. „Es war sehr laut“, sagte er.

Patronenhülsen auf dem Bürgersteig

Kriminaltechniker sammelten später auf dem Fußweg mehrere Patronenhülsen auf. Offenbar wurde auch in das Lokal hinein geschossen. Das zeigen Beschädigungen an der Bar, gleich hinter der verglasten Eingangstür.

Die Polizei ermittelt in einem Tötungsdelikt.

Unmittelbar nach dem tödlichen Übergriff rückte die Polizei mit einem schwer bewaffneten Aufgebot, ausgerüstet mit Helmen, Sturmhauben und Maschinenpistolen, aus und sperrte den Tatort großräumig zwischen Lützowstraße und Lindenthaler Straße ab.

Leichnam stundenlang am Tatort

Die Ermittlungen gestalteten sich von Anfang an schwierig. „Es gab widersprüchliche Aussagen“, berichtete Schulz. Wegen der sehr sorgfältigen Tatortarbeit sei es auch notwendig gewesen, den Leichnam bis zum frühen Nachmittag vor Ort in der Kneipe zu belassen. Erst rund zwölf Stunden nach den tödlichen Schüssen wurde er in die Gerichtsmedizin überführt.

Spekulation über Tatmotiv

Über die Hintergründe der Tat wird derweil weiter spekuliert. Die Ermittler halten sich mit Aussagen zu Motiv und auch einer möglichen heißen Spur zurück. „Wir befinden uns noch am Anfang unserer Arbeit“, so Schulz. Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge soll den Schüssen ein heftiger Streit vorausgegangen sein. Dabei sei es um an Spielautomaten verlorenes Geld gegangen.

Der Behördensprecher kommentierte das ebenso wenig wie einen Bericht des Portals Tag24. Demnach soll kurz nach den Schüssen der Präsident der ehemaligen Rocker-Gang United Tribuns vor Ort aufgetaucht sein. Zeugen wollen zudem den Todesschützen an seinen Tätowierungen erkannt haben, heißt es weiter.

Opfer arbeitete in Kneipe

Bei dem 24-jährigen Opfer handelt es sich um einen Mitarbeiter der Gaststätte. Das bestätigten auch Gäste des „Fröhlichen Zechers“ und Angestellte einer benachbarten Kneipe gegenüber LVZ.de. Sie berichteten auch von Drogengeschäften in dem Lokal. „Ob der Mann dort nur zeitweise oder regelmäßig tätig war, prüfen wir gerade“, so Schulz.

Anwohner in Sorge

Anwohner befürchten nun weitere Gewalttaten in der Georg-Schumann-Straße und eine Verlagerung von Konflikten aus der Eisenbahnstraße nach Gohlis. „Das ist ein subjektives Sicherheitsempfinden. Objektiv hat sich die Gefahrenlage vor Ort nicht verändert“, erklärte der Staatsanwalt.

Von Matthias Roth

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