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Polizeiticker Leipzig Selbstentzündung ist Ursache für Brand in Mölkau
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Selbstentzündung ist Ursache für Brand in Mölkau
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20:20 22.04.2019
Brand am Ostersonntag auf einem Schrottplatz in Mölkau. Quelle: privat
Leipzig

Das mit einer schwarzen Rauchsäule weithin in Leipzig sichtbare Feuer am Ostersonntag ist auf Selbstentzündung zurückzuführen. Das teilte die Polizei am Ostermontag mit. Der Brand auf einem Schrottplatz in Mölkau in der Straße Am Bahndamm war um 16 Uhr gemeldet worden.

Eine Rauchsäule über Leipzig war kilometerweit zu sehen

Brand in ganz Leipzig sichtbar

Die riesige schwarze Rauchwolke am strahlend blauen Himmel war weithin sichtbar und breitete sich schnell über dem Leipziger Osten aus. Tausende Leipziger zog sie in ihren Bann. Die Menschen griffen zu den Mobiltelefonen und fotografierten, was die Smartphones hergaben. Sogar auf dem 50 Kilometer entfernten Collm war am Ostersonntag auszumachen, dass irgendwo weiter nördlich ein Großbrand wüten musste. Das Feuer auf einem Schrottplatz in Mölkau in der Straße Am Bahndamm war um 16 Uhr gemeldet worden. Es sollte 40 Einsatzkräfte stundenlang beschäftigen – unter ihnen Berufsfeuerwehrleute und viele ehrenamtliche Floriansjünger.

Allein die Freiwillige Feuerwehr Mölkau, als erste Einheit am Brandort, rückte mit einem guten Dutzend Kameradinnen und Kameraden aus. Es folgten freiwillige Brandbekämpfer aus Engelsdorf, Baalsdorf, Wiederitzsch und Grünau. Nicht guter Kaffee, leckerer Kuchen und gefärbte Eier standen für sie an diesem österlichen Nachmittag auf dem Programm, sondern es wartete der knochenharte Löschangriff auf knapp 50 brennende alte Autos, etliche ausrangierte Fernseher sowie kaputte Kühlschränke und Waschmaschinen. Zudem qualmte es aus einem der Überseecontainer, die auf dem Areal stehen.

Keine Verletzungen

„Durch Autoreifen, Benzin und Öl hat sich diese starke Rauchsäule gebildet“, klärte die Leitstelle der Feuerwehr auf Anfrage auf. Die Polizei empfahl den Bahndamm-Anrainern, Türen und Fenster geschlossen zu halten. In und um Mölkau war der aufdringliche, unangenehme Geruch von verbranntem Gummi auszumachen. Zum Glück ergaben Messungen, dass keine Grenzwerte überschritten wurden. Zum Glück wurde niemand verletzt. Seitens der Brandursachenermittler sollte es am Tag danach heißen, dass sich das Feuer wohl selbst entzündet habe. Was genau als erstes in Flammen aufging, darüber machte die Polizei am Ostermontag keine Angaben.

Den Schiffscontainer, überwiegend gefüllt mit gebrauchten Möbeln, nahm sich ein Feuerwehr-Trupp unter schwerem Atemschutz vor, als das Gros der 15 000 Quadratmeter großen Fläche abgelöscht war. Die Männer mussten den Stahlbehälter mit einem Trennschleifer öffnen, um den Schwelbrand im Inneren mit Schwerschaum ersticken zu können.

Einsatz bis 21.30 Uhr

Rund 40 Mitarbeiter und Kameraden von Berufsfeuerwehr und den Freiwilligen Feuerwehren Mölkau, Baalsdorf, Engelsdorf, Wiedritzsch und Grünau waren bis gegen 21.30 Uhr auf einer Fläche von 15.000 Quadratmetern im Einsatz. Sie setzen dabei Löschschaum und Wasser über ein sogenanntes C-Rohr ein. Nach Angaben aus der Leitstelle mussten wegen möglicher Umweltgefahren auch die Wasserwerke und das Umweltamt informiert werden. Die Ausmaße sind noch unklar. Am frühen Abend bekämpften die Helfer immer wieder aufflackernde Glutnester. Verletzt wurde durch das Feuer niemand.

Mehrere Einsätze zu Ostern

Offiziell endete der Einsatz gegen 21.30 Uhr. Ostern war für die, die auf dem Schrottplatz gegen das Feuer kämpften, mehr oder weniger ins Wasser gefallen. Die Ehrenamtlichen aus Mölkau traf es besonders hart. „Wir hatten an den Feiertagen nicht nur diesen Einsatz“, berichtete Wehrleiter Stefan York. „Die Kameraden mussten ja schon am Karfreitag ran.“ Der 30-Jährige, der am verlängerten Oster-Wochenende in den Nächten in Leuna seinem Beruf nachzugehen hatte, war dabei, als es am 19. April kurz nach 14 Uhr zu einem vermeintlichen Ödlandbrand unweit eines Bahndammes in Sellerhausen-Stünz ging.

Das Ganze entpuppte sich als ein überdimensioniertes, nicht angemeldetes Lagerfeuer im Rahmen eines großen Familienfestes. „Trotzdem: Erst nach drei Stunden waren wir wieder im Gerätehaus. Ich bin dann gleich weiter zur Nachtschicht“, schilderte er. Wer sich als Freiwilliger einer Feuerwehr anschließt, der wisse, was das mitunter bedeutet. „Im positiven Sinne: Wir haben alle eine kleine Macke. Und unsere Familien und Partner müssen die auch haben. Sonst klappt das nicht“, sagte York.

Gute Zusammenarbeit mit Freiwilligen

Seine Lebensgefährtin Sara Schieferdecker ist selbst Feuerwehrfrau. Die Tochter des früheren Mölkauer Wehrleiters Andreas Schieferdecker gehörte zu den Einsatzkräften beim Großbrand am Ostersonntag. Erst gegen Mitternacht waren sie und ihre Kameraden wieder daheim.

Doch die auf der Facebook-Seite der Mölkauer Feuerwehr so hoffnungsvoll formulierte Passage, dass „der Ostermontag für viele von uns wohl in der Waagegerechten vonstatten gehen wird“, sollte sich nicht erfüllen. Gestern meldete sich der Pager erneut – zu nachtschlafender Zeit kurz vor 6 Uhr. Diesmal lautete die Info von der Leitstelle: Waldbrand in Anger-Crottendorf. Tatsächlich schlugen Flammen aus einer Feuerschale, um die herum ein paar Jugendliche standen. Der 84. Einsatz in diesem Jahr folgte nur wenige Stunden später. Gegen 10 Uhr wurden die Kameraden zu einem Wasserschaden nach Sellerhausen-Stünz gerufen. Auch dort wartete Arbeit. Ehrenamtliche.

„Wir sind mit unseren 30 Aktiven wirklich gut aufgestellt“, betonte Wehrleiter York. „Und wir machen das aus Überzeugung.“ Schön sei es, in Leipzig von den Profis eine gewisse Wertschätzung zu erfahren. „In anderen Städten gucken Berufsfeuerwehrleute auf die freiwilligen Kräfte gern von oben herab. Diese Erfahrung habe ich hier noch nie gemacht.“ So könne es bleiben. Zum Wohle aller.

Von Matthias Roth/Dominic Welters

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