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Polizeiticker Leipzig Sexualdelikt in Wurzen: 19-jähriger Tatverdächtiger in Haft
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Sexualdelikt in Wurzen: 19-jähriger Tatverdächtiger in Haft
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13:24 14.08.2018
Archivfoto
Quelle: dpa
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Leipzig

Polizeidirektion Leipzig und Staatsanwaltschaft ermitteln im Fall eines mutmaßlichen Sexualdelikts am vergangenen Wochenende in Wurzen. Wie Staatsanwältin Jana Friedrich gegenüber LVZ.de erklärte, soll sich der Vorfall in der Nacht zum Sonnabend zugetragen haben. „In diesem Zusammenhang wurde ein 19-jähriger Tatverdächtiger vorläufig festgenommen“, so Friedrich. Wie die Staatsanwältin weiter erklärte, soll es sich bei dem Beschuldigten um einen ausländischen Staatsbürger handeln. 

Zu Umständen und Ablauf der Tat, zum genauen Tatort und zur Identität von Opfer und mutmaßlichem Täter wurden keine Angaben gemacht. Die Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwalt befänden sich noch im Anfangsstadium, hieß es. Das Portal Tag24.de hatte am Dienstag berichtet, bei dem Opfer handele es sich um eine Minderjährige. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es aber nicht. 

OBM Röglin: Wurzen wieder im schlechten Licht

Betroffen vom jüngsten Vorkommnis in Wurzen zeigte sich am Dienstag auch Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD). Erst am Vormittag sei der 48-Jährige durch den Grimmaer Revierleiter Falk Donner über den Vorfall informiert worden. Mit der Tat, so das Stadtoberhaupt, werde Wurzen wieder einmal in ein schlechtes Licht gerückt. Denn seit Monaten komme die Stadt nach Demonstrationen, Übergriffen und der blutigen Auseinandersetzung zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen im Januar nicht aus den Schlagzeilen heraus.

Dabei haben die Verwaltung alles unternommen, was möglich sei, betonte Röglin. Unter anderem reiste er gemeinsam mit der Beigeordneten der Kreisbehörde, Ines Lüpfert, Anfang des Jahres zum Erfahrungsaustausch nach Bautzen. Zugleich unterstützte Wurzen die Unterschriftenaktion des CDU-Stadtverbandes nach mehr Polizei vor Ort und erhielt zum 1. Mai fünf zusätzliche Beamte für den Standort in der Lüptitzer Straße. Darüber hinaus sollen ab Oktober zwei Streetworker für mobile Sozialbetreuung von Kindern und Jugendlichen im Stadtkern sorgen. Und nicht zuletzt denke man im Stadthaus über eine Videoüberwachung beispielsweise am Alten Friedhof und am Busbahnhof Clara-Zetkin-Platz nach.

All diese Bemühungen, so Röglin, würden mit einer Tat wie dieser zunichte gemacht. „Gewalt jedweder Art ist keine Lösung, und dabei unterscheide ich nicht zwischen Religion oder Hautfarbe.“ Doch leider werde bei solchen Vorfällen in der Öffentlichkeit stets Schuldige gesucht – „und das ist dann meist die Politik oder der Oberbürgermeister.“

Kai-Uwe Brandt / mpu