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Polizeiticker Leipzig Staatsanwalt wirft Erzieher schweren sexuellen Missbrauch vor
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Staatsanwalt wirft Erzieher schweren sexuellen Missbrauch vor
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16:43 13.05.2019
Verbirgt sein Gesicht: der Angeklagte Jörg T. mit Anwalt Claus Pinkerneil. Quelle: Foto: A. Kempner
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Leipzig

Schwere Vorwürfe treffen einen 38 Jahre alten Mann: Der gelernte Erzieher soll sich in mehreren Fällen an einem Kind – einem Jungen – sexuell vergangen haben. Am Montag begann am Landgericht Leipzig der mehrtägige Prozess gegen den Angeklagten.

Den Ermittlungen zufolge war der ledige Beschuldigte mit der Familie des späteren Opfers befreundet. Jörg T. soll den zur Tatzeit elf und zwölf Jahre alten Sohn seiner Bekannten sowohl in seiner Wohnung als auch in seinem Gartengrundstück jeweils im Leipziger Umland schwer sexuell missbraucht, zudem Fotos von dem Kind geschossen und teils auf seinem Laptop aufbewahrt haben. Kinderpornografische Schriften wurden bei einer Wohnungsdurchsuchung am 1. Juli 2015 sichergestellt und erst zwei Jahre später Anklage erhoben, hieß es am Montag.

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Staatsanwalt: Serie ab Ende 2011

Laut Staatsanwalt Andreas Heckler sei Jörg T. zu den Tatzeiten in den Jahren 2011 und 2012 auch Fußballtrainer des betroffenen Kindes gewesen. Der Anklage zufolge soll die Missbrauchsserie im Dezember 2011 eingesetzt haben. „Er wartete jeweils, bis der Geschädigte eingeschlafen war“, sagte der Staatsanwalt. Danach habe der Mann verschiedene – auch beischlafähnliche – sexuelle Handlungen an sich und dem Kind vorgenommen. Die Staatsanwaltschaft geht von acht Handlungen bis zum Sommer 2012 aus, die sie rechtlich als schweren Missbrauch, Vergewaltigung und sexuellen Übergriff bewertet. Darüber hinaus lastete ihm die Anklagebehörde in drei Fällen den Besitz kinderpornografischer Schriften an.

Verteidiger: „Im Wesentlichen geständig“

Auf Antrag von Verteidiger Claus Pinkerneil schloss die zweite Strafkammer die Öffentlichkeit wegen Angaben zu intimen Details aus. Der Anwalt kündigte aber zuvor an, dass sich sein Mandant „im Wesentlichen geständig“ äußern wolle. Jörg T. sei „sehr nervös“, über die Vorfälle zu reden, „fällt ihm nicht leicht“.

Zeugen wurden am ersten Prozesstag noch nicht angehört. Das Landgericht setzte bis zum 28. Mai zwei weitere Prozesstage an.

Von Sabine Kreuz