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Polizeiticker Leipzig Straftaten-Minus und Kriminalitäts-Hotspots: So sicher ist Leipzig
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Straftaten-Minus und Kriminalitäts-Hotspots: So sicher ist Leipzig
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13:45 17.02.2020
Kripo-Ermittler sichern Spuren an einem Tatort in der Georg-Schumann-Straße: Trotz Aufsehen erregender Kriminalfälle ging die Zahl der Straftaten in der Stadt zuletzt zurück. Quelle: Kempner
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Leipzig

Obwohl das Thema Sicherheit seit den Silvesterkrawallen in Connewitz und den Ausschreitungen bei der Indymedia-Demo wieder heftig diskutiert wird: Insgesamt ist die Kriminalität in der Stadt Leipzig seit Jahren rückläufig. So sank die Zahl der erfassten Straftaten im Jahr 2017 auf 79 383, im Jahr zuvor waren es noch 88 615. 2018 war erneut ein Rückgang zu verzeichnen: 72 045 Delikte wurden registriert, ein Minus um 9,2 Prozent. Und der positive Trend hält offenbar an: Von Januar bis September 2019 wurden nach Angaben des sächsischen Innenministeriums in der Stadt 53 778 Fälle erfasst. Die abschließende Statistik für das vergangene Jahr ist noch nicht veröffentlicht worden. Gerade angesichts steigender Einwohnerzahlen, die eher eine andere Entwicklung der Kriminalitätslage erwarten ließe, bewertet die Polizeiführung das Straftaten-Minus als besonders positiv.

Sachsens Kriminalitätshochburg

Allerdings: Mit knapp 200 Straftaten pro Tag (Jahr 2018) ist Leipzig weiterhin Sachsens Kriminalitätshochburg. Die Fallzahl pro 100 000 Einwohner unterstreicht das: 12 379 waren es zuletzt in Leipzig, in ganz Sachsen sind es 6831, der Bundesdurchschnitt liegt bei 6710. Besonders die Zahl der Einbrüche und Diebstähle ging zuletzt merklich zurück, während schwere Verbrechen wie Morde, Sexualdelikte und Raubstraftaten zugenommen haben. Zur Einordnung von statistischen Aussagen gehört allerdings auch die Tatsache, dass beispielsweise Ende 2018 bei der Polizeidirektion noch 21 124 Fälle in Bearbeitung waren und nicht an die Staatsanwaltschaft abgegeben wurden. Diese Straftaten sind in den aktuellen Erhebungen mithin bisher gar nicht erfasst.

Schwerpunkt Drogenszene

Ein Schwerpunkt für die Polizei ist der Kampf gegen die Drogenszene. Zuletzt registrierte die Behörde wieder mehr Rauschgiftdelikte – mehr als 2700 waren es 2018. Auf dem Vormarsch war besonders Cannabis, aber auch Crystal spielt nach wie vor eine immense Rolle. Besonders augenfällig tritt die Dealerszene im Umfeld des Hauptbahnhofes auf, wo immer wieder Razzien stattfinden und eine gemeinsame Einsatzgruppe Bahnhof-Zentrum von Bundespolizei und Polizeirevier für Ordnung sorgen soll. Ende 2018 warnte das sächsische Innenministerium vor dem Pulverfass zwischen Schwanenteich, Bürgermeister-Müller-Park, kleinem Willy-Brandt-Platz, Bahnhofsvorplatz und Zentralhaltestelle. Massive Auseinandersetzungen, bei denen es häufig um die Platzverteilung innerhalb der Drogenszene gehe, seien jederzeit wahrscheinlich. Bei den Dealern handele es sich „fast ausnahmslos um Personen aus dem arabischen Kulturraum“.

Gefährliche Orte in der Stadt

Als sogenannte gefährliche Orte stufte das Innenministerium Ende 2019 neben dem Umfeld des Hauptbahnhofs erneut das Areal rund um Eisenbahnstraße, Ludwigstraße und Rabet im Leipziger Osten ein. Hier kommt es nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden häufiger zu schwerer Kriminalität wie Drogenhandel, massiven Körperverletzungen und Raub. Aber auch die Fußgängerzone an der Stuttgarter Allee ist seit Jahren ein krimineller Hotspot. Seit dem dritten Quartal 2018 stieg hier die Zahl an Körperverletzungen und Raubstraftaten merklich an, konstatierte das Innenministerium.

An der Schwelle zum Terrorismus

Wenn aktuell über die Sicherheit in der Stadt diskutiert wird, geht es jedoch maßgeblich um politisch motivierte Kriminalität. 2016 schockierten die massiven Ausschreitungen von Rechtsextremen und Hooligans, die am 11. Januar durch die Connewitzer Wolfgang-Heinze-Straße stürmten und eine Schneise der Verwüstung schlugen. Inzwischen beherrschen die Taten von Linksextremisten die Debatte, etwa der Anschlag auf Baukräne in der Prager Straße und die Prügelattacke auf die Mitarbeiterin einer Immobilienfirma in ihrer Wohnung. Immerhin wurden nach Angaben des sächsischen Landeskriminalamtes allein bis Ende Oktober 2019 in Leipzig 305 Fälle als links motivierte Straftaten erfasst, 2018 waren es 222. Das Innenministerium geht davon aus, dass es in der Stadt rund 250 gewaltbereite Linksextremisten gibt. Laut einem vertraulichen Lagebild des Landeskriminalamts (LKA), über das das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zuerst berichtete, steht die autonome Szene der Messestadt inzwischen „an der Schwelle zum Terrorismus“.

Von Frank Döring

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