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Polizeiticker Leipzig Strafrabatt nach Vergewaltigung am Leipziger Hauptbahnhof
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Strafrabatt nach Vergewaltigung am Leipziger Hauptbahnhof
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17:48 08.12.2019
Bekam im Berufungsprozess eine mildere Strafe: der mutmaßliche Vergewaltiger Oday A., hier in Handschellen vor Gericht. Quelle: Kempner
Leipzig

Strafrabatt nach der Vergewaltigung einer Erzieherin am Leipziger Hauptbahnhof: Im Berufungsprozess gegen Oday A. (25) gewährte die 9. Strafkammer des Landgerichts dem Angeklagten eine mildere Strafe, entschied auf zweieinhalb Jahre Haft. Noch am Amtsgericht war der syrische Asylbewerber Anfang Juli dieses Jahres zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Die in Thüringen wohnende Julia H. war nach einer Silvesterfeier in Prag am 1. Januar 2018 gegen 6 Uhr mit dem Flixbus in Leipzig angekommen. Nur ein Zwischenstopp am Hauptbahnhof, später wollte sie mit ihrem Lebensgefährten Ismael S. (30), der ebenfalls aus Syrien stammt, weiter nach Hause fahren. Doch der Neujahrsmorgen wurde für die Frau zu einem traumatischen Erlebnis. Auf der Suche nach einer Toilette – einige WC waren zu dieser Zeit nicht verfügbar – traf sie im Bahnhofsgebäude auf Oday A. Dieser behauptete, ortskundig zu sein, und bot ihr seine Hilfe an. Laut Anklage führte er sie jedoch zu seinem Wohnhaus ganz in der Nähe des Bahnhofs in der Gerberstraße. „Julia H. hegte keinerlei Vorbehalte gegenüber ausländischen Mitbürgern, da ihr Lebensgefährte selbst einen Migrationshintergrund hat“, stellte die erste Instanz dazu fest. Erst als sie begriff, dass es in dem Gebäude keine öffentliche Toilette gibt, wollte sie nur noch eines: weg.

Weg versperrt und bedroht

Doch Oday A. soll ihr den Weg versperrt und Geld für Sex angeboten haben. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft habe er sie am Hals gepackt und bedroht, als die Erzieherin sein Ansinnen zurückwies. Julia H. fürchtete, er werde sie vergewaltigen und flehte ihn an, sie gehen zu lassen, stellte bereits das Amtsgericht fest. In der Berufungsinstanz stellte die Frau klar:„Ich hatte in dieser Lage einfach nur Angst. Mir war klar, dass ich das erledigen muss, damit er mich gehen lässt“.

Daher habe sie nachgegeben, als der Syrer Oralverkehr verlangt habe. Hinterher sagte sie zu ihm auch noch: „Das war gut.“ Aber nur, um ihn glauben zu lassen, dass sie nicht gleich zur Polizei geht, beteuerte sie im Zeugenstand. Sie sei überrascht gewesen, dass er sie überhaupt wieder frei ließ. Am ganzen Leib zitternd vor Angst traf sie kurz darauf wieder bei ihrem Lebensgefährten ein.

Verteidigung will Freispruch

Oday A. behauptete indes, die Frau nicht zum Sex gezwungen zu haben. Sein Verteidiger Daniel Luderer wollte mit der Berufung einen Freispruch erreichen, hält das Urteil aus der ersten Instanz für fehlerhaft. Doch bei diesem entscheidenden Punkt ging die 9. Strafkammer des Landgerichts nicht mit. Der Angeklagte sei schuldig wegen Vergewaltigung, hieß es. Allerdings müsse die Mindeststrafe von zwei Jahren nicht in gravierendem Maße überschritten werden. Zugunsten des bisher nicht vorbestraften Syrers sei zu werten, dass er keine massive Gewalt ausübte. Jedoch hatte sich das Opfer nach eigener Darstellung ja in sein Schicksal gefügt und keine Gegenwehr geleistet, um seine Haut zu retten.

Aus Sicht der Kriminalpolizei könnte der Fall sogar weitere Kreise ziehen. Denn Oday A. hatte die ihm zur Last gelegte Vergewaltigung gefilmt. Ein ähnliches Video mit einer bislang unbekannten Frau fanden Ermittler ebenfalls auf seinem Handy.

Von Frank Döring

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