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Polizeiticker Leipzig Tatort Leipziger Hauptbahnhof: Diebstähle und Gewaltdelikte nehmen zu
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Tatort Leipziger Hauptbahnhof: Diebstähle und Gewaltdelikte nehmen zu
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11:15 18.07.2018
Der Taschendiebstahl auf Bahnhöfen nimmt zu: Die Täter nutzen die Unaufmerksamkeit von Reisenden aus. Quelle: dpa
Leipzig

Der Hauptbahnhof in Leipzig zieht immer mehr Kriminelle an. Insbesondere die Zahl der Diebstähle ist dort sowie auch im Citytunnel explosionsartig gestiegen. Nach Auskunft der zuständigen Bundespolizeidirektion Pirna folgten auf 270 Diebstahlsfälle (2016) bereits 1386 im vorigen Jahr. Auch bei Gewaltdelikten wie Körperverletzungen gebe es eine Steigerung von 158 Fällen (2016) auf 206 (2017).

Entdeckungsrisiko gering

Als Hauptgründe für die Zunahme der Straftaten nennt Bundespolizeisprecher Daniel Rackow „die ständig steigende Zahl der Reisenden“, aber auch die wachsende Beschaffungskriminalität. „Hier stechen vor allem rumänische und nordafrikanische Tätergruppen heraus“, die in Leipzig eine „sehr große Community“ hätten. „Sie sind als organisierte Gruppen hochmobil.“ Das Entdeckungsrisiko sei für sie gerade am Hauptbahnhof relativ gering.

Denn allein diesen Verkehrsknotenpunkt frequentieren laut Bundespolizei täglich rund 133 000 Reisende und Pendler – pro Jahr sind das circa 48,5 Millionen Menschen. Im „Flaschenhals“ Citytunnel bestehe eine „sehr hohe Taktung im mitteldeutschen S-Bahn-Netz“. Auch dies begünstige Straftaten bei sinkendem Entdeckungsrisiko, so Rackow weiter. Vor allem „die Bahnsteige im Fernverkehr“ sowie auch der Citytunnel seien wegen des großen Gedränges bei Taschendieben sehr beliebt. „Gleichzeitig zieht ein freies WLAN in den Promenaden Hauptbahnhof entsprechende Klientel an“, berichtet Rackow.

Immer mehr Großveranstaltungen

Leipzig als einwohnerstärkste Stadt im Freistaat Sachsen sei beständig auf inzwischen fast 600 000 Menschen gewachsen, richte sich bereits auf rund 700 000 Einwohner ein. Das bedeute wiederum mehr Reisende. Auch die Anzahl der Events und Großveranstaltungen nehme zu. Die sehr guten Verkehrsanbindungen durch die Bahn sowie nun auch durch das Fernbus-Terminal hätten Anziehungskraft auch auf Tätergruppierungen.

Mehr Körperverletzungen im Hauptbahnhof führt die Bundespolizei darauf zurück, dass „die Auseinandersetzungen in der bestehenden und steigenden Trinker-, Bettler- und Punkerszene deutlich aggressiver geführt“ würden. Auch bei Sachbeschädigungen – hier geht es vor allem um Graffiti – registrierten die Beamten nach 84 Fällen (2016) eine leichte Erhöhung auf 104 (2017). Zurückgegangen hingegen ist die Zahl der Straftaten gegen das Aufenthaltsrecht: von 764 (2016) auf 390 (2017). Hintergrund dafür ist nach Behördenangaben „eine sich entspannende Migrationslage“.

Ähnlicher Trend in Dresden

Ähnlich der Trend auch in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden: Hier nahm die Zahl der Bahnhofsdiebstähle von 545 (2016) auf 657 (2017) zu. Drastisch gesunken ist die Zahl der Straftaten gegen das Aufenthaltsrecht: von 1945 (2016) auf 237 (2017).

Zur Bekämpfung der Kriminalität setzt die Bundespolizei verstärkt auf zivile Fahnder, Videoüberwachung sowie Prävention und Aufklärung von Reisenden. Seit langem gibt es die gemeinsame Ermittlungsgruppe „Bahnhof/Zentrum“ von Bundespolizei sowie der Polizeidirektion Leipzig, denn auch das Hauptbahnhofsumfeld – Zuständigkeitsbereich der Landespolizei – ist Anziehungspunkt für Kriminelle.

Um Bahnhofsviertel in Deutschland sicherer zu machen, ist ein wissenschaftliches Projekt gestartet worden. Dazu laufen zunächst noch bis Ende Juli 2018 Bürgerbefragungen sowohl in Leipzig als auch in Düsseldorf und München.

Von Sabine Kreuz

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