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Polizeiticker Leipzig Tödlicher Badeunfall in Leipzig: Mann sprang von Tretboot in Kulkwitzer See
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Tödlicher Badeunfall in Leipzig: Mann sprang von Tretboot in Kulkwitzer See
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Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage kam es am Kulkwitzer See in Leipzig zu einem tödlichen Badeunfall (Archivfoto) Quelle: Christian Modla
Leipzig

Er sprang von einem Tretboot ins Wasser und ging danach unter: Nach dem tödlichen Badeunfall am Kulkwitzer See, bei dem am Montag ein 27-Jähriger ums Leben kam, hat die Polizei am Dienstag weitere Details zu dem Fall bekannt gegeben. Der junge Mann war demnach in einer Gruppe von fünf Freunden auf dem See in der Nähe des Roten Hauses auf dem Wasser unterwegs, als es gegen 17.10 Uhr zu der Tragödie kam.

„Aus bisher nicht bekannten Gründen sprang einer der Männer in den See, obwohl er nicht schwimmen konnte“, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt. Möglicherweise wollte er sich in dem zu diesem Zeitpunkt 25 Grad warmen Wasser abkühlen, versank jedoch unter der Oberfläche. „Zwei seiner Freunde sprangen sofort hinterher und versuchten noch, ihn nach oben zu ziehen. Dies gelang jedoch nicht“, berichtete der Polizeisprecher weiter.

Rettungsversuche scheiterten

Nachdem der Mann nicht wieder auftauchte und erste Rettungsversuche scheiterten, riefen seine Freunde um Hilfe. Ein Schwimmer hörte die Schreie, konnte aber ebenfalls nichts mehr für den Ertrinkenden tun. Rettungskräfte rückten zur Seestraße aus und starteten eine großangelegte Suche, an der unter anderem die Feuerwehren Leipzig-Südwest und Markranstädt mit Booten, Hubschraubern und Leiterwagen beteiligt waren. Auch die Wasserschutzpolizei war im Einsatz. Per Hubschrauber wurde ein Notarzt auf die Lausen-Grünauer Seite des Sees eingeflogen. Kurze Zeit später wurde der junge Mann aus dem Wasser geborgen und unter Reanimation ins Leipziger Uniklinikum gebracht. Dort erlag er später seinen Verletzungen.

Da das Opfer keine Ausweispapiere bei sich hatte, war die Identität zunächst nicht bekannt. Am Donnerstag teilte die Leipziger Staatsanwaltschaft mit, dass es sich bei dem Opfer um einen 27-jährigen Mann aus Bosnien-Herzegowina. Die angeordnete Obduktion lässt Fremdeinwirkung ausschließen.

Die Identität des Opfers konnte die Polizei bislang noch nicht offiziell bestätigen, da der Mann keine Ausweispapiere bei sich trug. Bekannt sei bislang nur, dass sich auf dem Tretboot vier Männer aus Bosnien-Herzegowina und ein Slowene befanden, so Voigt. Zur genauen Todesursache ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft. Eine Obduktion wurde angeordnet, das Ergebnis wird aber erst in einigen Tagen erwartet.

Zweiter tödlicher Badeunfall am „Kulki“ in drei Tagen

In Leipzig war es bereits der fünfte tödliche Badeunfall in diesem Sommer – am Kulkwitzer See der zweite innerhalb von drei Tagen. Erst am Samstag war ein 38-jähriger Stand-up-Paddler beim Baden im See ebenfalls tödlich verunglückt. Der Mann war nach Polizeiangaben mehrfach ins Wasser gesprungen und wollte dann ans Ufer zurückschwimmen, ging dabei aber unter. Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen von gesundheitlichen Problemen als Todesursache aus. Auch hier muss eine Obduktion noch die genauen Umstände klären. Alkohol soll in beiden Fällen keine Rolle gespielt haben.

Viele gefährliche Situationen beim Schwimmen könnten verhindert werden, wie Yannik Niebur, Ausbildungsleiter Rettungsschwimmen bei der Leipziger Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes, erklärt: „Es ist wichtig, dass man sich bei den aktuellen Temperaturen, bevor man ins Wasser geht, entsprechend abkühlt.“ Darüber hinaus sei es sehr essenziell, seine eigene Schwimmfähigkeit richtig einzuschätzen:

Auch im Markkleeberger See gab es in diesem Jahr bereits zwei Badeunglücke, bei denen ein 14-jähriges Mädchen aus Libyen und ein 21-jähriger Rumäne ums Leben kamen. Mitte Juni war ein 26-jähriger Syrer beim Versuch ertrunken, einmal quer durch den „Bagger“ in Thekla zu schwimmen.

Von tsa/nöß

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