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Polizeiticker Leipzig Tödlicher Krad-Unfall: Gericht spricht Pkw-Fahrerin schuldig
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Tödlicher Krad-Unfall: Gericht spricht Pkw-Fahrerin schuldig
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20:23 23.04.2019
Das Unfallopfer – der Krad-Fahrer – hatte ärztlichen Untersuchungen zufolge Crystal (Foto) konsumiert. Welchen Einfluss hatte sein Drogen-Konsum? Quelle: dpa
Leipzig/Schkeuditz

Bis zuletzt beteuerte die 34-Jährige ihre Unschuld. „Ich habe den Motorrad-Fahrer nicht gesehen und auch nicht übersehen“, sagte eine wegen fahrlässiger Tötung angeklagte Ford-Focus-Fahrerin in ihrem sogenannten letzten Wort vor der Urteilsverkündung. Das Landgericht hielt sie am Dienstag dennoch für schuldig. Knapp zwei Jahre nach der Tragödie nördlich von Leipzig bestätigte es die Entscheidung aus erster Gerichtsinstanz, die eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 40 Euro (4800 Euro) verhängt hatte.

Kollision trotz Gefahrenbremsung

Demnach erfasste Alina Magdalena K. am 28. Mai 2017 mit ihrem Auto einen Honda-Fahrer, der sie überholen wollte. Die Frau war gerade dabei, von einer Straße zwischen der Schladitzer Bucht und dem Schkeuditzer Ortsteil Radefeld nach links auf einen Feldweg abzubiegen. Der 30-Jährige leitete zwar noch eine Gefahrenbremsung ein – dennoch kam es zur Kollision. Drei Tage später erlag der Leipziger Stephan E. seinen massiven Kopfverletzungen im Klinikum St. Georg. Laut den Eltern, die als Nebenkläger auftraten, war der Sohn auf dem Weg zur Nachtschicht im Porsche-Werk, als das Unglück geschah.

Und Alina Magdalena K. hatte ihren Labrador an Bord, mit dem sie wie schon oft zuvor von ihrem Zuhause in Wiederitzsch gestartet war, um mit ihm auf ebendiesem Feldweg spazieren zu gehen. Auch die gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte, die als Sachbearbeiterin tätig ist, erlitt Verletzungen – einen Nasenbeinbruch. Sie wurde ebenfalls ins Krankenhaus gebracht.

Unfall-Opfer hatte Crystal genommen

Vor dem Landgericht drehte es sich am Dienstag um die zentrale Frage: Hätte die Angeklagte das Motorrad sehen können beziehungsweise müssen? Laut ärztlichen Blutuntersuchungen hatte das Unfallopfer Betäubungsmittel intus. „Wir konnten einen hohen Crystal-Konsum nachweisen“, sagte Rechtsmediziner Jan Dreßler. Dem Professor zufolge könnte dies etwa zu einer „erhöhten Risikobereitschaft“ und vielleicht auch „flotteren Geschwindigkeit“ des Motorrad-Fahrers geführt haben.

Doch Dekra-Sachverständiger Peter Schrader, der anhand von Spuren, Honda-Bremsweg und weiteren Parametern die Geschwindigkeit errechnete, ging von 102 Stundenkilometern als Bremsausgangstempo für das Krad und damit keiner Überschreitung aus. Zudem habe der 30-Jährige ja gebremst – damit reagiert. Schrader zufolge prallte der Mann so heftig mit dem Kopf gegen die hintere Pkw-Dachkante, dass sein Schutzhelm zerbrach.

Laut Gutachter war die Honda, nachdem sie eine Kurve durchfahren hatte, auf einer geraden Strecke von 150 Metern – etwa fünf Sekunden – bis zur Kollision unterwegs. Für einen Bruchteil davon befand sich der Fahrer für die Frau im toten Winkel. Laut der Vorsitzenden Richterin Gabriela Walburg gab es aber „ein Zeitfenster von drei Sekunden“, in dem sie ihn hätte in den Spiegeln hätte sehen müssen. Dieser Ansicht waren auch Staatsanwältin Andrea Siler und der Anwalt der Eltern, Uwe Karsten, die auf schuldig und eine Verwerfung der Berufung plädierten.

Verteidiger will Freispruch

Verteidiger Hagen Karisch wollte Freispruch, weil seine Mandantin zweimal in die Spiegel geschaut habe und ihrer Verpflichtung nachgekommen sei. „Wir wissen nicht, wie schnell der Honda-Fahrer wirklich war, vielleicht durchfuhr er auch mit 120 km/h die Kurve, wodurch sich das Weg-Zeit-Diagramm verändert.“ Der Gutachter arbeite schließlich mit Hypothesen und Schätzungen, so der Rechtsanwalt.

Von Sabine Kreuz

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