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Polizeiticker Leipzig Streit um nicht angeleinten Hund: 34-Jähriger muss neun Jahre in Haft
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Tödlicher Streit zwischen Hundehaltern: 34-jähriger Leipziger muss neun Jahre Haft

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20:43 22.06.2021
22.06.2021, Sachsen, Leipzig: Ein angeklagter Mann wird von Justizpersonal in den Verhandlungssaal geführt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 34 Jahre alten Angeklagten vor, im November 2020 einem 52-Jährigen ein Messer in die Schläfe gerammt zu haben - vor den Augen des Sohnes des Opfers.
22.06.2021, Sachsen, Leipzig: Ein angeklagter Mann wird von Justizpersonal in den Verhandlungssaal geführt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 34 Jahre alten Angeklagten vor, im November 2020 einem 52-Jährigen ein Messer in die Schläfe gerammt zu haben - vor den Augen des Sohnes des Opfers. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
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Leipzig

Für den tödlichen Streit um einen nicht angeleinten Hund in Leipzig muss ein 34-Jähriger neun Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Leipzig verurteilte den Mann am Dienstagabend wegen Mordes. Weil der Angeklagte laut psychiatrischem Gutachten wegen einer speziellen Form der depressiven Störung vermindert schuldfähig ist, reduzierte die 16. Strafkammer allerdings das Strafmaß.

Mit dem gezielten und wuchtigen Stoß mit dem Messer in die Schläfe seines Opfer habe der Angeklagte dessen Tod billigend in Kauf genommen, betonte der Staatsanwalt bei seinem Plädoyer am Nachmittag. Er sah das Mordmerkmale der Heimtücke als begründet an, weil das Opfer arg- und wehrlos gewesen sei. Die Tat hatte sich vor den Augen des 16 Jahre alten Sohnes des 52 Jahre alten Opfers abgespielt.

Pekinese soll nicht angeleint gewesen sein

Opfer und Täter, beide Deutsche, waren am Vormittag des 20. November mit ihren Hunden spazieren. Es kam zu einem ersten Streit, weil der 52-Jährige seinen Vierbeiner angeblich nicht angeleint hatte.

Stunden später machte sich der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft auf die Suche nach seinen Kontrahenten und entdeckte sie am Abend in der gleichen Gegend. „Mit den Worten „Jetzt habe ich euch“ ist er auf sie zugestürmt und hat den Mann mit der einen Hand gestoßen und ihm mit der anderen Hand das Messer in den Kopf gestoßen“, erläuterte Naumann. Fünf Tage nach der Attacke erlag der Familienvater seinen schweren Kopfverletzungen.

Angeklagter berief sich auf Notwehr

Der Angeklagte selbst hatte im Verfahren erklärt, dass er das Opfer in Notwehr erstochen habe, weil er von Vater und Sohn plötzlich angegriffen worden sei. Diese Version sei in der Beweisaufnahme nicht widerlegt worden, betonte die Verteidigerin des 34-Jährigen.

Zudem habe sich ihr Mandant nach dem ersten Streit nachweislich um stationäre psychiatrische Hilfe bemüht und nicht in erster Linie Rachepläne geschmiedet. Sie hatte deswegen auf Freispruch plädiert.

Richter: Geschehen besonders tragisch

„Das Geschehen ist insbesondere deshalb so tragisch, weil sie krank sind und nach dem ersten Streit um Hilfe bemüht waren“, sagte der vorsitzende Richter zum Angeklagten. Aufgrund einer Behandlung mit falschen Medikamenten habe sich der psychische Zustand des 34-Jährigen immer weiter verschlechtert. Der Angeklagte hatte nach der ersten Auseinandersetzung telefonisch stationäre Hilfe erbeten, diese aber nicht bekommen. In den folgenden Stunden habe sich die Wut des Mannes immer weiter gesteigert, ehe es am Abend zu der tödlichen Eskalation kam.

Die Entscheidung des Gerichts ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung kündigte an, das Urteil überprüfen zu wollen.

Von LVZ