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Polizeiticker Leipzig Trotz 100 Kilo Marihuana im Transporter sagt Fahrer: „Ich habe nichts gewusst“
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Trotz 100 Kilo Marihuana im Transporter sagt Fahrer: „Ich habe nichts gewusst“
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18:24 26.03.2019
Spektakulärer Drogenfund im Leipziger Südosten: Bei einer zufälligen Kontrolle in der Sommerfelder Straße entdeckten Polizisten 100 Kilo Marihuana. Dieser gelbe Transporter aus Kroatien hatte am 3. Oktober 2018 den Argwohn der Beamten geweckt. Quelle: Foto: Polizei Leipzig
Leipzig

Josip H. beharrt am Dienstag im Gerichtssaal darauf: „Ich habe nichts gewusst. Ich hätte es ansonsten nicht gemacht.“

Am 3. Oktober vorigen Jahres stoppte die Polizei den kroatischen Transportunternehmer in seinem auffälligen gelben Fiat Ducato im Leipziger Südosten. Und landete per Zufall einen Volltreffer: Denn an Bord befanden sich laut Polizei 102 Kilogramm Marihuana mit einem geschätzten Marktwert von einer halben Million Euro. Die Staatsanwalt klagte den 64-jährigen Mann daraufhin wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln an. Der Vater von zwei Söhnen sitzt seither in Untersuchungshaft.

Lügt der 64-Jährige oder sagt er die reine Wahrheit? Schon bei der Routine-Verkehrskontrolle in der Sommerfelder Straße gab er gegenüber zwei Polizisten an, Bauteile für einen Fahrzeughersteller zu transportieren. „Laut Lieferschein sollten es zwei oder drei Lichtmaschinenregler von VW sein. Es hat uns aber stutzig gemacht, dass sich an der Verpackung weder Aufdrucke noch Logos oder Embleme der Firma befanden“, berichtet Polizeibeamtin Anika Z. (22) beim gestrigen Prozessauftakt am Landgericht. Sie und ein Kollege waren damals der Ansicht: „So viele Kartons auf der Laderampe – das passt nicht zu den Angaben auf dem Lieferschein.“

„Ich sollte 500 Euro bekommen“

Trotz Verständigungsproblemen sei der Fahrer aber „äußerst kooperativ“ und „sehr ruhig“ geblieben. Er habe auch eingewilligt, dass sie mit einem Messer die Folie entfernen. „Als mein Kollege dann in ein Päckchen stach, haben wir sofort den Geruch von Marihuana wahrgenommen.“ Staatsanwältin Stefanie Ricken nennt aufgrund des exakten Wiegens der Ware nunmehr ohne jegliche Verpackung ein Betäubungsmittel-Nettogewicht von 91 Kilogramm.

Josip H. hält am Autozubehör-Transport fest. Seit 2010 sei er selbstständiger Unternehmer, habe Bezüge für Autositze fast jede Woche nach Deutschland gebracht. Ein früherer Schulfreund seines Sohnes – Goran T. – habe ihn für die besagte Fahrt Anfang Oktober angeheuert. „Ich sollte 500 Euro bekommen, inbegriffen waren schon 200 Euro Tankgeld“, so Verteidiger Ralf Juhnke, der für seinen Mandanten eine Erklärung verliest. Goran T. habe den Transporter beladen. „Wo, das weiß ich nicht.“ Ursprünglich habe er zu VW nach Wolfsburg fahren sollen, sei unterwegs aber nach Leipzig umdirigiert worden. Nach der Festnahme hatten Beamte in der Fahrerkabine noch den Reisepass eines Sohnes entdeckt. Dazu der Angeklagte: „Ich war die ganze Zeit allein unterwegs, den Pass hat er irgendwann vergessen.“

Videovernehmung geplant

„Es gibt Indizien für einen dringenden Tatverdacht“, sagt Rüdiger Harr. Der Vorsitzende Richter der 8. Strafkammer kündigt an, justament diesen Goran T. in einer Videokonferenz in Zagreb voraussichtlich bei der Prozessfortsetzung am 29. April vernehmen zu wollen. „Er wurde in Kroatien mit fast einer halben Tonne Drogen festgenommen.“ Und er sei bereit, im Leipziger Verfahren auszusagen, so Harr. „Was der Mann sagen wird, wissen wir nicht.“ Sollte sich aber herausstellen, dass Josip H. Teil einer Bande war, drohe ihm eine sehr empfindliche Strafe.

Von Sabine Kreuz

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