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Polizeiticker Leipzig Unglück in Leipzig-Thekla – Todesursache: Ertrinken
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Unglück in Leipzig-Thekla – Todesursache: Ertrinken
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16:51 24.06.2019
Einsatzkräfte am Bagger in Thekla: Am Freitagabend ertrank hier ein Syrer. Quelle: DLRG
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Leipzig

Nach dem tragischen Tod eines Syrers am Freitagabend am Naturbad Bagger in Leipzig-Thekla schließt die Staatsanwaltschaft ein Fremdverschulden aus. Hinweise auf äußere Gewalteinwirkung gebe es nicht. Es sei daher mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Tod durch Ertrinken auszugehen, teilte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz am Montag auf LVZ-Anfrage mit.

Da ein Rechtsmediziner den Leichnam bereits vor Ort am See untersucht hatte, sei keine Obduktion mehr angeordnet worden. Ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren werde dennoch geführt, so Schulz. Die Behören korrigierten zudem das Alter des Opfers auf 31 Jahre. Zunächst war mitgeteilt worden, der verunglückte Syrer sei 26 Jahre.

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„Bagger“ nicht zum ersten Mal im Mittelpunkt von Polizeiarbeit

Der Mann war nach Angaben der Polizei zu Besuch bei seiner Familie und wollte einmal quer durch den Bagger schwimmen. Doch vor den Augen seiner Angehörigen ging er etwa in der Mitte des Badesees auf einmal unter und tauchte nicht wieder auf. Mit Tauchern, Sonartechnik und Hubschrauber wurde nach ihm gesucht. Sein Leichnam wurde nach Informationen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) etwa 20 Meter vom Ufer entfernt in acht Meter Tiefe geborgen.

Das aus einer ehemaligen Kiesgrube entstandene Naturbad Nordost, wie der Bagger offiziell heißt, steht nicht zum ersten Mal im Mittelpunkt größerer Polizeieinsätze. Im Sommer 2016 entdeckten Badegäste hier Leichenteile. Der tunesische Stückelmörder Faouzi A. hatte seine Landsleute Ali T. (37) und Hadia B. (32) in deren Wohnung in Volkmarsdorf getötet und deren Körperteile in dem Badesee versenkt.

Polizeieinsatz im Sommer 2016 am Bagger in Thekla: Die Einsatzkräfte suchen nach Leichenteilen, die ein Stückelmörder hier versenkt hat. Quelle: Kempner

Weitere Schwimm-Unfälle in den vergangenen Jahren

Auch Schwimmer verloren hier schon ihr Leben. Im Juli 2010 ertrank ein 27-jähriger Leipziger im Bagger. Laut Polizei war der junge Mann an einem Abend mit seinem 20-jährigen Bruder, seinem 50-jährigen Vater und einem Freund zum See gefahren. Sie tranken jeder zwei Bier, gingen dann ins Wasser. Etwa in der Mitte des Sees verließen den 27-jährigen jedoch die Kräfte und er versank im Wasser.

Ein 37-jähriger Mann kam hier im Juli 2013 beim Baden ums Leben. Er wollte mit einem zehn Jahre jüngeren Bekannten die einstige Kiesgrube durchschwimmen, verlor plötzlich aber das Bewusstsein und konnte nicht mehr reanimiert werden. Schon damals hatte die DLRG dazu gemahnt, möglichst nur in bewachten Gewässern zu schwimmen. Gerade bei höheren Temperaturen wie aktuell komme es zu Notfällen im Wasser. Und in Baggerseen gebe es Abbruchkanten mit fünf bis acht Meter tiefem Wasser. Auch Strömungen seien nicht zu unterschätzen.

Von Frank Döring