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Polizeiticker Leipzig Urteil in Leipzig: Über vier Jahre Haft für Computerhacker
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Urteil in Leipzig: Über vier Jahre Haft für Computerhacker
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19:01 06.11.2019
Computerhacker Alexander M. (rechts) mit seinem Verteidiger Andreas Meschkat zum Prozessauftakt. Der 26-Jährige wurde wegen massenhafter Phishing-Mails verurteilt. Quelle: Kempner
Leipzig

Er spähte laut Anklage im Internet massenhaft Daten aus und nutzte fremde Accounts, um an Geld zu kommen: Ein Computerhacker ist am Mittwoch am Landgericht Leipzig zu vier Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden.

In dem seit 30. Oktober laufenden Prozess vor der 5. Strafkammer hatte Alexander M. (26) die Anklagevorwürfe eingeräumt. Demnach habe er die Taten begangen, weil er sonst keine Einnahmen hatte und vor allem Drogen wie Marihuana und Crystal damit finanzierte. „Aufgrund des umfassenden Geständnisses ist es am Ende ein Strafmaß, mit dem mein Mandant leben kann“, kommentierte Verteidiger Andreas Meschkat den Ausgang des Verfahrens. Staatsanwalt Christof Sprinz hatte vier Jahre und acht Monate Haft gefordert.

Täuschung mit Webportalen

Es war ein regelrechtes Mammutverfahren. Immerhin 1480 Fälle legte die Staatsanwaltschaft Alexander M. zur Last, darunter 765 Mal Computerbetrug. Der arbeits- und zeitweise obdachlose Fliesenleger bastelte nach Erkenntnissen der Ermittler von Ende 2016 bis Ende 2018 Phishing-Portale, die Original-Portalen von Unternehmen täuschend ähnlich sahen, zudem versandte er unzählige E-Mails, die potenzielle Opfer anlocken sollten. Ihm sei es darum gegangen, ahnungslosen E-Mail-Empfängern vorzutäuschen, dass die Nachrichten von offiziellen Accounts, etwa von Paypal oder Amazon stammen. Wenn die Kunden der Aufforderung nachkamen und auf den täuschend echt aussehenden Webseiten sensible Daten eintippten, hatte der Hacker gewonnen. Mit den Anmelde- und Zahlungsdaten konnte Alexander M. laut Anklageschrift auf passwortgeschützte Accounts zugreifen und fremde Kreditkartendaten für Bestellungen missbrauchen.

Zehntausende Payback-Accounts

Mit solchen Tricks soll er beispielsweise auf mindestens 62 Internetseiten gut 2,9 Millionen Datensätze aus E-Mails und dazugehörigem Passwort abgezogen haben. Als die Behörden ihm auf die Schliche kamen, fanden sie bei ihm fast 50 000 Payback-Accounts mit einem Gesamtwert von fast 400 000 Euro. Gemessen daran war der letztlich entstandene Gesamtschaden eher gering: knapp 60 000 Euro.

Seine Komplizin Elisa T. (25) wurde wegen Beihilfe zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Sie ließ Alexander M. bei sich in einer Abstellkammer wohnen, ohne dass dieser sich bei Behörden melden musste. Und sie profitierte von dessen Internet-Beutezügen, etwa durch Bahn-Gutscheine und Pizza auf fremde Kosten.

Von Frank Döring

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