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Polizeiticker Leipzig Vater aus Leipzig wegen 130-fachen Missbrauchs angeklagt
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Vater aus Leipzig wegen 130-fachen Missbrauchs angeklagt
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18:01 24.06.2019
Wegen 130-fachen Kindesmissbrauchs vor Gericht: Marko F. (links) mit seinem Anwalt Matthias Luderer zum Prozessbeginn im Landgericht Leipzig. Quelle: André Kempner
Leipzig

Die Anklagevorwürfe sind erschütternd: Ein 44-jähriger Leipziger soll sich in 130 Fällen an Kindern vergangen haben. Zum Prozessauftakt am Montagmorgen im Landgericht Leipzig räumte er einen Großteil der Taten ein.

Staatsanwältin Franziska Rüdiger beschuldigte Marko F., seine in den Jahren 2003 und 2009 geborenen leiblichen Töchter Nicole und Paula (*) sowie die 2010 geborene Maxi, die Tochter einer Bekannten, immer wieder missbraucht und die Taten ausgiebig fotografiert zu haben. Und das über einen Zeitraum von immerhin zehn Jahren – von 2008 bis 2018. Tatorte waren die damaligen Wohnungen des ausgebildeten Bürokaufmanns und Elektroinstallateurs in Leipzig-Grünau, wo die Mädchen regelmäßig übernachteten. Für seine Töchter besaß Marko F. eigenen Angaben zufolge das Sorgerecht.

Posieren vor der Kamera

Nach Erkenntnissen der Anklagebehörde forderte der Angeklagte die Mädchen auf, sich nackt in sexuellen Posen zu zeigen, auf dem Bett oder in der Badewanne zu rekeln. Mit Kamera und Smartphone habe Marko F. dann Aufnahmen vom Intimbereich der Kinder gemacht. Teilweise soll er sich die Kleinen auch auf den Schoß gesetzt haben, während er selbst unbekleidet war. Nach den Daten der Bilddateien fanden einige Übergriffe sogar mitten in der Nacht statt, wobei die Kinder teilweise geschlafen haben.

Aus der Anklageschrift geht hervor, dass Marko F. beispielsweise die damals dreijährige Paula aufforderte, nackt im Bett Turnübungen zu machen. Seine jüngere Tochter habe er auch gemeinsam mit Maxi fotografiert, so die Staatsanwaltschaft. Immer wieder soll er sich dabei auch an den Kindern vergriffen haben.

Vor Gericht räumte er über seinen Verteidiger Matthias Luderer insgesamt 95 derartiger Missbrauchsfälle ein. „Er hat in einer großen Anzahl von Fällen eine große Anzahl Bilder gemacht“, sagte der Anwalt. „Für meinen Mandanten ist es bei der Menge des Anklagestoffes allerdings schwierig, alle Tathandlungen den Daten und Uhrzeiten zuzuordnen.“ Beispielsweise sei es bei einigen Foto-Dateien aus den Verfahrensakten unklar, welches Kind hier Opfer war.

Vergewaltigung und Körperverletzung

Neben schweren sexuellen Missbrauchs und der Herstellung kinderpornografischer Bilder wirft die Staatsanwaltschaft dem zweifachen Vater auch Vergewaltigung und Körperverletzung vor. In mindestens 35 Fällen soll Marko F. sich massiv an der kleinen Maxi vergangen haben, wenn das Mädchen an Wochenenden oder in den Ferien bei ihm übernachtete. Dabei seien dem Kind auch Schmerzen zugefügt worden, so die Staatsanwältin. Diese Taten bestritt der Angeklagte. „Das habe ich nicht getan“, beteuerte Marko F.

Die 2. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Michael Dahms hat für den Prozess noch acht Verhandlungstermine bis 21. August geplant. Dabei wird auch ein psychiatrischer Sachverständiger zum Zustand des Angeklagten befragt. Marko F. droht nach Angaben des Gerichts im Fall einer Verurteilung sogar Sicherungsverwahrung. Er bliebe damit auch hinter Schloss und Riegel, nachdem er seine Freiheitsstrafe verbüßt hat – eine Maßnahme, um die Allgemeinheit vor gefährlichen Straftätern zu schützen.

*Namen aller Kinder geändert

Von Frank Döring

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