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Polizeiticker Leipzig Vergewaltigung im Rosental: Polizei erstellt Phantombild und zeigt es nicht
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Vergewaltigung im Rosental: Polizei erstellt Phantombild und zeigt es nicht
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20:12 26.08.2019
Radfahrer und Spaziergänger im Leipziger Rosental. Vor zwei Jahren wurde hier eine Frau brutal angegriffen und vergewaltigt. Quelle: Kempner
Leipzig

Die Ermittlungen zum Vergewaltigungsfall im Rosental sind zwei Jahre nach der Tat wieder ins Rollen gekommen. Mithilfe eines Zeugen wurde ein Phantombild erstellt, wie die Polizei am Montag bestätigte. Ein Hinweisgeber erinnerte sich, den mutmaßlichen Vergewaltiger am Folgetag möglicherweise im Park gesehen zu haben und konnte den Verdächtigen auch sehr genau beschreiben. Die Ermittler der Kripo entschieden jedoch, dass das Bild nicht veröffentlicht wird.

„Die aktuelle Prüfung ergab keinen begründeten Tatbezug beziehungsweise Zusammenhang“, teilte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf auf LVZ-Anfrage mit. Ein Phantombild könne nur dann veröffentlicht werden, wenn dieses „geeignet“ und ein Bezug zur Tat wahrscheinlich sei. Dies sei „nach gegenwärtigem Ermittlungsstand“ nicht der Fall. Was genau zu der Entscheidung führte, ließ Braunsdorf offen. Ob das damals 69-jährige Vergewaltigungsopfer den abgebildeten Mann wiedererkannt hat, oder es sich um jemand anderes handelt, bleibt damit unklar.

Zeuge berichtete bei „Kripo Live“

Die Joggerin war am 31. August 2017 im Rosental brutal attackiert, vergewaltigt und lebensgefährlich verletzt worden. In der MDR-Sendung „Kripo Live“ am Sonntagabend berichtete der Hinweisgeber aus Leipzig von seiner Begegnung mit dem Verdächtigen – etwa rund 24 Stunden nach der Vergewaltigung. Am 1. September gegen 9.15 Uhr brach Joachim Stöwer mit dem Rad zu Hause auf und fuhr über den Zöllnerweg ins Rosental, um in der Georg-Schumann-Straße einen Einkauf zu erledigen. In Höhe einer Bank im Park kam ihm ein Mann entgegen, auf den die Beschreibung des Verdächtigen passt.

„Er fiel mir auf, weil er ein Käppi trug, so ähnlich wie ein Baseballcap, nur ohne Schriftzug und Verzierungen, sondern einfach nur dunkeloliv aus Zeltstoff. Und er hatte einen etwas wuseligen, ungepflegten Bart“, erinnert sich Stöwer. Es könne sich um einen Mann aus Vorderasien oder Afghanistan im Alter zwischen 35 und 40 Jahren gehandelt haben, meint er. Laut der Beschreibung der Polizei war der Täter südländischen Typs, 25 bis 35 Jahre alt, hatte dunkle Haare und einen kurzen, dunklen Bart. Auch er trug ein Käppi.

Polizei ging Hinweis zunächst nicht nach

Stöwer hatte am Abend nach seiner Begegnung im Park den ersten Bericht über die Tat auf LVZ.de gelesen und sich daraufhin telefonisch bei der Polizei gemeldet. Dort wurde der Hinweis zunächst aber nicht weiter verfolgt. Nach einem ausführlichen Bericht über die Tat in der TV-Reihe „Spur der Täter“ vor rund vier Wochen meldete sich Stöwer beim MDR und berichtete von seiner Geschichte. In der vergangenen Woche wurde er schließlich auch von der Polizei befragt.

Warum dem Hinweis so lange nicht nachgegangen wurde, dazu wollte sich die Polizei am Montag nicht im Detail äußern. Dem Vernehmen nach könnte dies dem hohen Hinweisaufkommen nach der Tat geschuldet sein. Polizeisprecherin Braunsdorf erklärte gegenüber der LVZ lediglich: „Der gegenständliche Hinweis des Mannes wurde auch zurückliegend geprüft.“ Die Ermittlungen seien auch weiterhin nicht eingestellt. „Es wird seitens der Polizeidirektion unterstrichen, dass seit der Tat und auch weiterhin ununterbrochen an dem Fall gearbeitet wurde und wird“, betonte die Sprecherin.

Von Robert Nößler

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