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Polizeiticker Leipzig Versuchter Mord am Hauptbahnhof: Punk sticht Punk nieder
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Versuchter Mord am Hauptbahnhof: Punk sticht Punk nieder
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20:30 16.05.2018
Justizbeamte bringen den Angeklagten Moritz G. ins Gericht.
Justizbeamte bringen den Angeklagten Moritz G. ins Gericht. Quelle: Foto: Christian Modla
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Leipzig

Moritz G. schlägt die Hände vors Gesicht, als im Landgericht ein Video einer Überwachungskamera gezeigt wird. Es fängt die Szene auf dem Willy-Brandt-Platz in Leipzig ein, als der 21-jährige Punk am 18. November 2017 einem anderen Punk fünfmal ein Messer in den Rücken rammt und danach flüchtet. Für die Staatsanwaltschaft handelt es sich um versuchten Mord. Zum Prozessauftakt am Mittwoch gesteht Moritz G.: „Es stimmt soweit, was vorgelesen wurde.“

Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller lastet dem Angeklagten einen hinterlistigen Überfall auf Dirk B. „aus Eifersucht“ an. Der 22-Jährige habe nicht damit gerechnet. Ohne Not-OP wäre der Maler und Lackierer, der an jenem Tag aus Halle nach Leipzig gekommen war, womöglich gestorben.

Messerstecher stellt sich bei Bundespolizei

Auf dem Platz vis-a-vis vom Hauptbahnhof hatte die bunte Truppe Geld von Passanten geschnorrt, weil sie am Abend zu einem Punkrock-Konzert wollte. Dem späteren Opfer war „der böse Blick“ vom ziemlich betrunkenen Moritz G. zwar aufgefallen, einen Reim darauf konnte er sich jedoch nicht machen.

Moritz G. war eigenem Bekunden zufolge allerdings „sauer“, weil sich seine Freundin Pauline B. (16) zwei, drei Tage zuvor von ihm getrennt hatte. Als sich die Punkerin auf dem Willy-Brandt-Platz ausgerechnet mit dem vermeintlichen Nebenbuhler Dirk B. unterhielt, zückte der Angeklagte sein Messer. Dabei sei Dirk B. für sie „wie ein Bruder“, berichtete die Schülerin am Mittwoch vor Gericht.

Zwei Tage nach seiner Flucht, am 20. November 2017, stellte sich der Messerstecher bei der Bundespolizei. Der Prozess läuft noch bis Anfang Juni.

Von Sabine Kreuz