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Polizeiticker Leipzig Vorwurf nach verheerendem Wohnhausbrand: Neunfacher Mordversuch
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Vorwurf nach verheerendem Wohnhausbrand: Neunfacher Mordversuch
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20:47 02.05.2019
Nach dem Brand war das Mehrfamilienhaus in der Zwenkauer Straße in Markranstädt unbewohnbar. Allein der Gebäudeschaden belief sich auf rund 150 000 Euro. Quelle: Michael Strohmeyer
Markranstädt

Schwerste Vorwürfe treffen einen 36 Jahre alten Mann: Mieter Sven H. soll am 17. Juli vorigen Jahres in dem Markranstädter Mehrfamilienhaus, in dem er selbst unter dem Dach wohnte, einen Brand gelegt haben. Die Staatsanwaltschaft erhob jetzt Anklage gegen den gelernten Tischler und lastet ihm außer schwerer Brandstiftung versuchten Mord in neun Fällen an. Der Prozess am Landgericht Leipzig beginnt am 2. Juli. Die erste Strafkammer beraumte bis 27. August neun Termine an, teilte das Gericht auf Anfrage mit.

Feuer in Wohnung von Ex-Lebenspartnerin

Den Ermittlungen zufolge befanden sich neun Personen zur Zeit des Brandausbruches – es war am Morgen kurz nach fünf Uhr – in dem betroffenen Haus an der Zwenkauer Straße, Ecke Krakauer Straße. Die Anklagebehörde geht davon aus, dass Sven H. zwischen 4.30 und 5 Uhr die Wohnung seiner ehemaligen Lebensgefährtin aufgesucht hat, die seine unmittelbare Nachbarin im Dachgeschoss war. Als er sie dort nicht antraf, habe er verschiedene Dinge angezündet – und sei danach einfach gegangen.

Er habe damit billigend in Kauf genommen, dass neun Bewohner durch Rauchgase oder Feuer sterben könnten. Das sei ihm aber „gleichgültig“ gewesen, meint die Anklagebehörde.

Am 17. Juli 2018 steht kurz nach 5 Uhr der Dachstuhl eines Wohnhauses in Markranstädt in Flammen. Passanten alarmieren die Feuerwehr, die Polizei kann das Mehrfamilienhaus rechtzeitig evakuieren, sodass keine Verletzten zu beklagen sind. Der Gebäudeschaden ist immens – er beläuft sich 150 000 Euro.

Sie geht von Wut und Verärgerung als Motive aus, weil der damals 35-Jährige die Frau weder in ihrer Wohnung noch in der Wohnung eines anderen Mannes, die Sven H. zuvor in der Nacht zwischen 4 und 4.30 Uhr aufgesucht und dort randaliert hatte, aufspüren konnte. Er soll unter anderem mit der Standbefestigung einer Baustellenabsperrung gegen Türen geschlagen und diese demoliert haben. Der Holzbearbeiter habe sich von der Frau hintergangen gefühlt und sich an ihr rächen wollen.

Gebäudeschaden in Höhe von 150.000 Euro

Nach Aktenlage brannte die Wohnung der einstigen Freundin des Beschuldigten völlig aus. Wie berichtet, musste die Feuerwehr den Dachstuhl öffnen. Das Mehrfamilienhaus war nach dem Brand unbewohnbar. Allein der Gebäudeschaden ist mit 150.000 Euro immens. Hinzu kommen noch die Schäden in den Wohnungen der Mieter in Höhe von mehreren Zehntausend Euro. Passanten hatten damals die Feuerwehr alarmiert. Das Haus konnte von der Polizei rechtzeitig evakuiert werden, sodass es keine Verletzten gab.

Sven H. soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch und mit gemeingefährlichen Mitteln versucht haben, neun Menschen zu töten. Diese hätten „nicht mit einem Angriff auf ihr Leben gerechnet“.

Der Mann war damals vorläufig festgenommen, aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Erst am 21. Februar 2019 klickten die Handschellen erneut – seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Von Sabine Kreuz

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