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Polizeiticker Leipzig Waffen und Drogen bei Bonell-Tochter und Lebenspartner gefunden
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Waffen und Drogen bei Bonell-Tochter und Lebenspartner gefunden
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12:13 27.03.2019
Bei diesem Parkplatz-Brand in der Theodor-Neubauer-Straße war ein Schaden von rund 100 000 Euro zu beklagen. Quelle: Kempner
Leipzig

Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Mittwoch über Details zur Festnahme der zwei mutmaßlichen Serienbrandstifter in Leipzig informiert. Die Behörden bestätigten damit zugleich einen LVZ-Artikel vom Vortag.

Demnach wurden die Tatverdächtigen am 21. März gegen 4 Uhr im Zuge einer Tatortbereichsfahndung nach kurzer Flucht gefasst. Bei ihnen soll es sich, wie bereits berichtet, um die Tochter (23) des renommierten Leipziger Strafverteidigers Stephan Bonell und deren Freund (32) handeln.

Waffen und Drogen gefunden

Bei dem Paar wurden Behördenangaben zufolge Crystal sowie ein Einhandmesser und eine Schreckschusswaffe gefunden. Außerdem hatten die Tatverdächtigen einen Schlüssel bei sich, der zum Mehrfamilienhaus in der Eisenbahnstraße 118 gehörte. Hier hatte in jener Nacht gegen 2 Uhr die unheimliche Brandserie begonnen, als im Treppenhaus ein Pappkarton mit diversen Gegenständen angezündet worden war und ein Mieter (32) durch den dichten Qualm eine Rauchgasvergiftung erlitten hatte.

Politischer Hintergrund ausgeschlossen

Wegen des Anfangsverdachts der schweren Brandstiftung seien beide Personen durch Kripo-Beamte vernommen worden. Dort hätten die Beschuldigten umfassend ausgesagt, so dass gegen sie nunmehr der dringende Tatverdacht bestehe, nicht nur am 21. März in der Eisenbahnstraße 118, sondern auch am Morgen des 22. Februar in einem bewohnten Mehrfamilienhaus an der Ludwigstraße, in einem leer stehenden Gebäude an der Mierendorffstraße sowie an elf Fahrzeugen in der Theodor-Neubauer-Straße gezündelt zu haben. Allein bei diesem Parkplatz-Brand war ein Gesamtschaden von rund 100 000 Euro entstanden.

Seit Freitag voriger Woche sitzen die mutmaßlichen Feuerteufel in Untersuchungshaft wegen des dringenden Tatverdachts der versuchten schweren Brandstiftung, der versuchten Brandstiftung in zwei Fällen sowie der Brandstiftung in elf Fällen. Ihre Motive sind nach wie vor unklar. Lediglich einen politischen Hintergrund schlossen Polizei und Staatsanwaltschaft inzwischen weitestgehend aus.

Appell an Hausbesitzer und Mieter

Die Behörden hoffen, dass der Ermittlungserfolg dazu beiträgt, „das subjektive Sicherheitsgefühl vieler Einwohner des Leipziger Ostens zu stärken“, wie es in einer Presseinformation heißt. „Gerade sie sahen sich in den letzten Wochen vermehrt Bränden unterschiedlicher Größenordnung und Auswirkung ausgesetzt.

Brandstiftungen stellen nicht nur Verbrechenstatbestände dar und sind mit Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bewehrt, sondern gehen für Geschädigte, Helfer sowie Rettungskräfte mit erheblichen Gefährdungsmomenten einher“. Zugleich seien Hausbesitzer und Mieter angehalten, Brandgefahren zu minimieren.

„Dies beginnt beim Verschluss von Haus- und Kellertüren, betrifft in Hausfluren und an Briefkastenanlagen lagerndes Altpapier, umfasst aber auch in Kellern umherliegenden Unrat oder im Treppenhaus aufgestellte Schuhschränke, Regale und Kommoden“, erklärte Polizeisprecher Andreas Loepki.

„Insbesondere die Hausflurmöblierung und im Treppenhaus abgestellte Fahrräder, Kinderwagen oder Spielzeuge behindern Fluchtwege und können im Falle eines Brandes und starker Rauchentwicklung zu unüberwindlichen Hindernissen werden.“

Von Frank Döring

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