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Polizeiticker Leipzig Eisenbahnstraße: Behörde wirft Frau 39-fachen Mordversuch vor
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Eisenbahnstraße: Behörde wirft Frau 39-fachen Mordversuch vor
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10:20 15.05.2019
Zwei Mieter retten sich am 26. November 2018 mit dem Sprung in ein Luftkissen (Foto oben) aus dem brennenden Haus in der Eisenbahnstraße. Quelle: Holger Baumgärtner
Leipzig

Zweimal brannte es in ein und demselben Mehrfamilienhaus in Volkmarsdorf; zweimal spielte sich in dem Gebäude an der Eisenbahnstraße eine Tragödie ab. In den beiden Schreckensnächten vom 23. Dezember 2017 und 26. November 2018 wurden insgesamt 26 Menschen verletzt. Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen die mutmaßliche Brandstifterin erhoben. Es handelt sich um eine 31 Jahre alte Mieterin.

Prozessbeginn: 22. August

Wie ein Sprecher des Leipziger Landgerichts auf Anfrage mitteilte, beginnt der Prozess am 22. August. Bis 11. Oktober sind zwölf Verhandlungstage geplant. Die Anklagebehörde lastet der Frau außer schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung versuchten Mord in 39 Fällen an.

Es war ein Tag vor Heiligabend 2017, als zum ersten Mal die Flammen in dem Mehrgeschosser loderten. Um 3.55 Uhr ging bei der Feuerwehr der Notruf aus der Eisenbahnstraße 115 ein. Der Brand breitete sich rasant von der Holzkellertür, an der Gegenstände wie etwa ein Kinderwagen in Flammen standen, nach oben aus. Die Angeklagte Claudia S. habe gewusst, dass den Bewohnern durch das Feuer „der Fluchtweg vollständig abgeschnitten war“ und die Gefahr bestand, „dass sie durch Hitze, Flammen oder das Einatmen von Rauchgasen sterben könnten“, meint nun die Staatsanwaltschaft.

Weihnachten ohne Wohnung

Wie berichtet, rettete die Feuerwehr mit Atemschutzausrüstung die Bewohner der ersten beiden Etagen. Aufgrund des Qualms im Flur konnten die Mieter der darüberliegenden Geschosse nur per Drehleiter befreit werden. 18 Menschen standen Weihnachten ohne ihr Zuhause da – das Gebäude war unbewohnbar. Zwölf Mieter – darunter auch ein vier Monate altes Mädchen – sowie ein Feuerwehrmann hatten Rauchgasvergiftungen erlitten. Sie mussten ärztlich versorgt werden.

Claudia S. soll der Anklage zufolge versucht haben, 18 Menschen „heimtückisch und mit gemeingefährlichen Mitteln“ zu töten. Der Vorwurf lautet auf versuchten Mord in 18 Fällen, gefährliche Körperverletzung in 13 Fällen und besonders schwere Brandstiftung. Nach dem Brandausbruch im Vorderhaus habe sie sich zurück ins Hinterhaus begeben. Der Gebäudeschaden wurde mit etwa 150 000 Euro beziffert.

Dramatische Szenen

Nach Aktenlage war der zweite Brand noch verheerender als der erste. Wiederum in der Nacht – es war gegen 1.30 Uhr am 26. November vorigen Jahres – richtete ein Feuer in dem inzwischen teilsanierten und wieder bewohnten Vorderhaus großes Unheil an. Die Flammen griffen sogar auf Wohnungen der ersten und zweiten Etage über.

In der Nacht zu Montag hat es in einem Mietshaus im Erdgeschoss gebrannt. Die Flammen hatten auch schon auf die erste Etage übergriffen. Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus.

Dramatische Szenen spielten sich ab. Diesmal waren 21 Bewohner betroffen – zwei Mieter brachten sich mit einem Sprung in ein Luftpolster der Feuerwehr in Sicherheit. Andere wurden per Drehleiter gerettet oder flohen über das Dach in ein Nachbarhaus. Erneut gab es 13 Verletzte wegen Rauchgasvergiftungen, darunter ein Feuerwehrmann. Der Schaden war mit 1,13 Millionen Euro immens. Vorwurf an Claudia S.: Mordversuch in 21 Fällen, gefährliche Körperverletzung in 13 Fällen, besonders schwere Brandstiftung.

Motiv? Unklar

Nur wenige Tage nach dem zweiten Brand war der dringende Tatverdacht auf die Frau, eine Prospektverteilerin, gefallen. Es gab belastendes Material aufgrund einer Videoüberwachung. Am 5. Dezember klickten die Handschellen, sie kam in Untersuchungshaft. Und die Staatsanwaltschaft nahm das Verfahren zu dem ersten Brand, das im Juni 2018 bereits eingestellt worden war, wieder auf. Während der Ermittlungen soll sich die Frau dem Vernehmen nach nicht zu den schweren Tatvorwürfen geäußert haben. Das Motiv ist unklar. Ein psychiatrisches Gutachten wurde in Auftrag gegeben.

Von Sabine Kreuz

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