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Stadtpolitik Der Leipziger Westen soll endlich seine eigene Sporthalle bekommen
Leipzig Stadtpolitik Der Leipziger Westen soll endlich seine eigene Sporthalle bekommen
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11:18 14.05.2019
Hier soll die neue Dreifeldsporthalle in Böhlitz-Ehrenberg entstehen – auf der Brachfläche an der Leipziger Straße/Ecke Schönauer Landstraße. Quelle: Büro Irlenbusch von Hantelmann Architekten/Grafik-Bearbeitung: Patrick Moye
Leipzig

Die Halle, die in der Leipziger Straße/Ecke Schönauer Landstraße entstehen würde, wäre die Heimstatt für zahlreiche Vereine, die bis heute noch nie eine Heimstatt hatten. Auch für den Schulsport wird das Gebäude benötigt, mit dessen Errichtung laut Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) im optimalen Planungsfall im Jahr 2021 begonnen werden könnte. Das Vorhaben ist mit acht Millionen Euro veranschlagt, die Fertigstellung der Halle wird für 2023 ins Auge gefasst. Beobachter gehen davon aus, dass die Vorlage des Dezernates Umwelt, Ordnung, Sport durchgeht.

Vereinssportler kurven durch die halbe Stadt

Seit einer gefühlten Ewigkeit dringt aus Alt-West und West der Ruf nach einer ordentlichen, modernen Sporthalle. Vor allem der unterdessen aufgelöste Verein zur Förderung des Sports in Leipzig-Rückmarsdorf sowie die einstigen Ortsvorsteher von Rückmarsdorf (Peter Freydank) und Böhlitz-Ehrenberg (Karin Teubner) legten immer wieder ihre Finger in die Wunde. Alt-West ist nämlich der einzige Leipziger Stadtbezirk, der bislang über keine für Spielsportarten wie Handball oder Volleyball geeignete Zwei- oder Dreifeldhalle verfügt. Unter anderem mit einem großen Banner an der Bundesstraße 181 wiesen Ballsportbegeisterte aus Rückmarsdorf, Böhlitz-Ehrenberg, Burghausen, Miltitz und Leutzsch zwischenzeitlich auf dieses Dilemma hin.

Stadt setzt auf Fördermittel des Freistaates

Schon im Leipziger Sportprogramm für den Zeitraum 2009 bis 2015 erkannte die Stadtverwaltung den Bedarf, hielt andere Projekte aber für dringlicher. Vereinssportler aus den genannten Ortsteilen kutsch(t)en zum Training deshalb oftmals durch die halbe Stadt. Nun aber ist es so weit: Am 15. Mai steht der Planungsbeschluss zum Neubau einer 500-Zuschauer-Halle in der Ratsversammlung endlich zur Abstimmung. Die Grundlage der anstehenden Entscheidung bildet eine Machbarkeitsstudie des Leipziger Büros Irlenbusch von Hantelmann Architekten. Sowohl bei den Planungs- als auch bei den Baukosten rechnet die Kommune mit Fördermitteln des Freistaates Sachsen in Höhe von 50 Prozent. Der Tenor unter Stadträten, deren Spezialgebiet die lokale Sportpolitik ist, lautet: „Jetzt ist der Leipziger Westen mal dran.“

Ortschaftsrat warnt vor Park-Problemen

Das Grundstück, auf der die neue Halle hochgezogen werden soll, wurde von der Kommune schon vor Jahren für diesen Zweck „gebunkert“. Die Brachfläche neben dem Edeka-Markt in der Leipziger Straße ist rund 6800 Quadratmeter groß. Der Bebauungsplan für die Ortsmitte von Böhlitz-Ehrenberg trägt dem Projekt längst Rechnung. Der Ortschaftsrat um Ortsvorsteher Denis Achtner (CDU) votierte vergangene Woche einstimmig für den Planungsbeschluss. Er wies die Stadtverwaltung aber auch darauf hin, „dass, wenn die Planer nun bald so richtig loslegen, die Parkplatz-Situation unbedingt zu beachten ist“, wie Achtner betont. Die bislang vorgesehenen 40 Auto-Stellplätze gelten schon heute als suboptimal. Die Ortschaftsräte fragen sich zum Beispiel, wo kleine und große Mannschaftsbusse parken sollen, wenn an den Wochenenden Punktspiele anstehen. Edeka befürchtet, dass Sportler und Zuschauer auf die Parkfläche vor dem Supermarkt ausweichen könnten und zu Fremdparkern werden.

Sportbürgermeister ist zuversichtlich

Sportbürgermeister Rosenthal hat die Bedenken zur Kenntnis genommen – und verspricht: „Wir werden uns mit allen Beteiligten dazu intensiv austauschen. Wir kriegen das hin, wir müssen das hinkriegen.“ Eine Alternative zum Standort Leipziger Straße/Ecke Schönauer Landstraße in Böhlitz-Ehrenberg gibt es momentan eh nicht.

Von Dominic Welters

 

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