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Stadtpolitik So laufen die Sanierungsarbeiten im Leipziger Stadtratssaal
Leipzig Stadtpolitik So laufen die Sanierungsarbeiten im Leipziger Stadtratssaal
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19:01 03.07.2019
Der Sitzungssaal des Stadtrates im Neuen Rathaus von Leipzig wird gerade saniert. Bauleiter Marc Thielmann vom Amt für Gebäudemanagement. Quelle: Mathias Orbeck
Leipzig

Wo sonst der Stadtrat im Neuen Rathaus tagt, ist jetzt eine riesige Baustelle. „Wir haben mit den Abbrucharbeiten begonnen. Die beiden Eckwände sind abgerissen, um die bisher zugebauten Fenster in den Saal zu integrieren und mehr Fläche zu schaffen“, erläutert Marc Thielmann, der Bauleiter. Der hintere, verdeckte Aufgang zur Empore ist schon weg. Ein Jahr lang bleibt der Saal gesperrt, um ihn umzubauen, mit zeitgemäßer Technik auszurüsten und barrierearm zu gestalten.

Lärmintensive Arbeiten erfolgen nachts

Viele der lärm- und schmutzintensiven Abbrucharbeiten – etwa das Herausstemmen des Estrichs – laufen nachts, um den Dienstbetrieb im Neuen Rathaus nicht zu stören. Da ist viel Logistik notwendig, auch um den Veranstaltungsbetrieb im kleineren Festsaal nebenan nicht zu beeinträchtigen. Dort tagt künftig der Stadtrat, der momentan aber gerade Sommerpause bis zur Neukonstituierung am 28. August hat. Im Sitzungssaal wird die gesamte Technik wie Klima und Strom erneuert. Diese soll überwiegend im vollständig zu sanierenden Saalboden verschwinden.

Derzeit wird die Sohle freigelegt. Baubegleitend werden Statiker hinzugezogen, um die Gewölbedecken zu begutachten. „Es ist sensibel, auf die richtige Höhe zu kommen“, sagt Architekt Thielmann. „Da tasten wir uns heran.“ Das Abbruchmaterial wird über ein Gerüst und einen Lastenaufzug, der außen an der Rathausfassade angebracht wurde, transportiert.

Saal steht unter Denkmalschutz

Das Neue Rathaus ist seit 1905 Sitz der Leipziger Stadtverwaltung. Ursprünglich befand sich an dieser Stelle der historische, reich geschmückte Festsaal, der im Zweiten Weltkrieg aber ausbrannte. Bis 1949 wurden die meisten Schäden beseitigt – ein Sitzungssaal entstand. Anfang der 1990er-Jahre wurde er letztmals gründlich modernisiert. Vollkommen zugebaute Fenster und ein viel zu hohes Präsidium begründeten damals den Umbau. Der Saal steht unter Denkmalschutz, deshalb bleibt beispielsweise die Holzvertäfelung erhalten und wird aufgearbeitet.

So sieht der Sitzungssaal des Stadtrates künftig aus Quelle: Stadt Leipzig

Neu geöffnet wird der Saal jetzt in Richtung Osten und Süden – durch die Fenster, die freigelegt werden. Im Plenarbereich sind insgesamt 148 Plätze vorgesehen. Neuerungen gibt es auch auf der Besucherempore: Dort entsteht eine barrierefreie Ebene für Rollstuhlfahrer, dazu werden alle Sitze aufgearbeitet. Gut 3,9 Millionen Euro soll der Umbau kosten. Etwa 30 Firmen sind an der Sanierung beteiligt. „Bislang läuft alles planmäßig“, sagt Thielmann. „Wir sind optimistisch, obwohl die Lage auf dem Bausektor schwierig ist.“ Geplant ist, den Umbau bis Mai 2020 fertigzustellen.

Von Mathias Orbeck

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