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Stadtpolitik Soll soll sich der Leipziger Nahverkehr entwickeln – und das wollen die Fraktionen noch ändern
Leipzig Stadtpolitik Soll soll sich der Leipziger Nahverkehr entwickeln – und das wollen die Fraktionen noch ändern
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11:14 29.10.2019
Debatte um den Nahverkehrsplan: die CDU schlägt vor, die Linie 10 dauerhaft auf den westlichen Ringabschnitt zwischen Neuem Rathaus und Goerdelerring und damit an die Hauptbahnhof-Westseite zu verlegen. Quelle: André Kempner
Leipzig

Wie soll sich der Bus- und Straßenbahnverkehr bis 2024 entwickeln? Dafür gibt die Stadt den Leipziger Verkehrsbetrieben verbindliche Leistungsvorgaben vor. Ziel ist es, die Fahrgastzahlen von aktuell 156 Millionen auf 185 Millionen pro Jahr bis 2024 zu steigern. Das zumindest steht im überarbeiteten Nahverkehrsplan, der seit Oktober 2018 vorliegt.

Wie berichtet, sollen auf allen Straßenbahnlinien sowie auf radialen Hauptbuslinien in der Haupt- und Normalverkehrszeit sowie sonnabends tagsüber mindestens sechs Fahrten pro Stunde verkehren (also in der Regel im Zehn-Minuten-Takt). Gleichzeitig müssen viele Straßenbahnstrecken leistungsfähiger gemacht werden, insbesondere für den Einsatz von 2,40 Meter breiten Fahrzeugen.

Investitionen von 70 bis 80 Millionen Euro pro Jahr

Festgelegt werden Untersuchungsaufträge, um das Angebot zu verbessern – was ohne Investitionen allerdings nicht möglich ist. Dazu gehört beispielsweise der Bau einer „Südtangente“ über Schleußiger Weg/Kurt-Eisner-/Semmelweisstraße (von der Könneritz- bis zur Prager Straße) sowie eine Straßenbahnstrecke vom S-Bahnhof Wahren zum Rathaus Wahren.

Vorgesehen sind jährliche Investitionen von 70 bis 80 Millionen pro Jahr – allerdings nur, wenn es Fördermittel von Bund und Land gibt. Nach langer Diskussion soll der Stadtrat den Plan, dessen Grundlage das bereits von ihm beschlossene Nachhaltigkeitsszenario ist, am Mittwoch endlich verabschieden. Doch aus den Fraktionen sowie aus den Ortschaftsräten gibt es weiterhin zahlreiche Änderungswünsche. Hier einige Beispiele.

CDU will Linien verlegen

Die CDU möchte die Zentralhaltestelle entlasten, die in der Hauptverkehrszeit das Nadelöhr ist und regelmäßig an die Grenzen ihrer Aufnahmefähigkeit stößt. Die Idee: Wie derzeit bei Umleitungen, sollen der westliche Ringabschnitt zwischen Neuem Rathaus und Goerdelerring sowie die Haltestelle Hauptbahnhof Westseite stärker ausgelastet werden.

So könnte dort beispielsweise die Linie 10 dauerhaft verkehren sowie die Linie 16 sowie 16E wechselseitig über den östlichen und westlichen Ring geführt werden. Die Entlastung der Zentralhaltestelle, so das Argument der CDU, könne vor dem Hauptbahnhof für eine Takterweiterung der verbleibenden Linien genutzt werden.

Die Grünen möchten Anger-Crottendorf, vor allem den nördlichen Teil, besser an das ÖPNV-Netz anbinden. Geprüft werden soll zudem, ob die Straßenbahntrasse über die Zweinaundorfer Straße nach Mölkau wieder in Betrieb genommen werden kann.

Linke und SPD wollen 365-Euro-Ticket als Ziel festschreiben

Linke und SPD wollen festschreiben, dass die Stadt „die Einführung eines wesentlich günstigeren Jahrestickets für 365 Euro“ anstrebt. Dazu gibt es bekanntlich einen Prüfauftrag, der die Möglichkeit des Tickets ab 1. Januar 2021, 2024 sowie 2027 bewerten wird. Die beiden Fraktionen fordern aber, dass das „365-Euro-Ticket eines der grundlegenden Ziele“ sein müsse, das bei der Umsetzung des Planes zu beachten ist.

Die Linken stellen außerdem die Strecke der Linie 9 wieder zur Debatte. Sie könnte ab Connewitzer Kreuz bis zum Wildpark verlängert werden, zudem möchte die Fraktion als Prüfauftrag eine Streckenerweiterung bis zum Cospudener See festschreiben lassen.

Linke: Ausweitung der Normalverkehrszeit

Ab dem Jahr 2020, so heißt es in einem weiteren Antrag der Linken, ist eine Ausdehnung der Normalverkehrszeit bis 22 Uhr zu prüfen. Ziel soll hierbei vor allem die Verbesserung des Angebots in den Außenzonen sein. Dort fahren derzeit ab 19.30 Uhr die Busse nur stündlich.

Bessere Taktzeiten für Busse – vor allem der Linie 87 – strebt der Ortschaftsrat Wiederitzsch an. Um ein Um-steigen der Bürger von PKW auf den öffentlichen Nahverkehr zu fördern, hält auch der Ortschaftsrat Lindenthal eine Verdichtung der Taktung für unumgänglich. Die großen Industrie- und Gewerbeansiedlungen im Norden erzeugen einen regelmäßigen Pendlerstrom zwischen Arbeitsort und Quartieren. Rückmarsdorf möchte die Taktung ebenfalls verbessern – in Richtung Markranstädt.

Bessere Verbindung nach Liebertwolkwitz gefordert

Auch Liebertwolkwitz, so der dortige Ortschaftsrat, müsse viel besser anschlossen werden: Aus diesem Grund soll für die Verlängerung der Straßenbahnlinie von Meusdorf bis Liebertwolkwitz nicht nur die Trasse vorgehalten werden, sondern eine konkrete Planung beginnen. Zugleich müsse die S-Bahn-Linie bis Bahnhof Liebertwolkwitz sowie ein notwendiger Bus angeschlossen werden.

Die Tagung des Stadtrates beginnt am Mittwoch, 30. Oktober, 14 Uhr, im Festsaal des Neuen Rathauses. Weil die Tagesordnung proppevoll ist, wird die Sitzung am 7. November fortgesetzt – möglich, dass der Nahverkehrsplan erst an diesem Tag aufgerufen wird.

Von Mathias Orbeck

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