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Stadtpolitik Gegen Schottergärten: Stadt ruft Bürger zum Insektenschutz auf
Leipzig Stadtpolitik Gegen Schottergärten: Stadt ruft Bürger zum Insektenschutz auf
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15:38 12.06.2019
Hier dürfen immerhin noch ein paar Sträucher wachsen. In vielen neu angelegten Gärten ist inzwischen aber nur noch Schotter zu sehen. Viele Kommunen gehen jetzt dagegen vor; in Leipzig setzt die Verwaltung noch auf Freiwilligkeit. Quelle: dpa
Leipzig

Grau statt grün: Nach dieser Devise gestalten immer mehr Bürger ihre Gärten. Vor allem in Neubaugebieten sind Schottergärten immer häufiger zu sehen. Das Problem: Anders als bei echten Grünflächen bietet diese Form des Gartenbaus so gut wie keinen ökologischen Nutzwert. Umweltschützer kritisieren den Trend deshalb – auch mit Blick auf die abnehmenden Insektenbestände; die Artenvielfalt leidet. Immer mehr Städte versuchen nun, dagegen vorzugehen; in Heilbronn (Baden-Württemberg) und Xanten (Nordrhein-Westfalen) zum Beispiel haben die Kommunen der Entwicklung inzwischen einen rechtlichen Riegel vorgeschoben. Sieht auch die Leipziger Stadtverwaltung Anlass zur Regulierung?

Stadt: Bürger sollten auch an Insektenschutz denken

Derzeit gibt es in Leipzig keine Vorgaben, wonach Außenflächen zu begrünen oder zu bepflanzen sind. Aber: „Wir haben als Stadt das Ziel, die Biodiversität zu erhöhen“, sagt Stadtsprecher Matthias Hasberg. „Dazu beitragen können neben öffentlichen Grünflächen auch private Gärten. Wir appellieren daher an die Eigentümer, ihre Gärten nicht nur unter dem Gesichtspunkt des Pflegeaufwandes zu betrachten, sondern auch den Insektenschutz mitzudenken.“

Masterplan Grün könnte Neuerungen bringen

Mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Insek) habe man es sich zur Aufgabe gemacht, Möglichkeiten zur Gestaltung mit Satzungen zu prüfen, wie die Stadtverwaltung weiter mitteilt. Und der Masterplan Grün soll zeigen, wo konkrete Steuerungsbedarfe bestehen und welche Steuerungsinstrumente auch auf privaten Flächen möglich und sinnvoll sind – für biologische Vielfalt, Maßnahmen zur Klimaanpassung, Gesundheit und für eine umweltgerechte Mobilität.

Zum Masterplan Grün läuft derzeit noch die Phase der Bürgerbeteiligung. 3559 Leipziger hatten an einer Online-Umfrage zum Thema teilgenommen; am 10. April gab es ein erstes Bürgerforum zum Thema. Bis Sommer 2020 sind weitere Bürgerforen, Werkstätten sowie Grüne Labore geplant. Und sogenannte „Grün-Gänge“ – zum Beispiel am 22. Juni im Leipziger Norden und am 21. September in der Ostvorstadt (Beginn jeweils 13.30 Uhr, Infos unter www.leipzig.de/masterplan-gruen).

Umweltbürgermeister Rosenthal: Grüne Infrastruktur wird immer wichtiger

Ziel des Beteiligungsprozesses zum Masterplan Grün ist es, gemeinsam mit den Leipzigern die Freiräume in der wachsenden Stadt dauerhaft als grüne und blaue Infrastruktur zu sichern und zu entwickeln. „In der wachsenden Stadt sowie unter den Vorzeichen des Klimawandels müssen wir uns intensiver denn je mit der zukünftigen Sicherung und Weiterentwicklung unserer grün-blauen Infrastruktur auseinandersetzen“, sagt Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal.

Von bm

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