Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Stadtpolitik Grüne wollen Zehn-Punkte-Programm gegen Hitze im Stadtgebiet
Leipzig Stadtpolitik Grüne wollen Zehn-Punkte-Programm gegen Hitze im Stadtgebiet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:31 14.12.2018
Mit diesem Cartoon werben die Grünen für ihr Programm. Quelle: Glücklicher-Montag.de
Leipzig

Ein heißer Tee und Glühwein hilft derzeit gegen frostige Temperaturen. Doch der nächste Sommer kommt bestimmt. Experten gehen davon aus, dass eine langanhaltende Hitze wie in diesem Jahr, die mit einer ausgeprägten Dürreperiode verbunden ist, künftig keine Ausnahme bleibt. Leipzigs Grüne wollen daher die Stadtverwaltung beauftragen, ein integriertes Konzept gegen Hitze im Stadtgebiet zu erarbeiten. Ein Antrag an den Stadtrat, das Problem zu diskutieren, wurde am Freitag eingereicht. Grundlage dafür ist ein Zehn-Punkte-PlanLeipzig braucht kühle Nachbarschaften“, den der Grünen-Parteitag im September 2018 initiiert hat (die LVZ berichtete).

Volger: Aufheizung der Stadt im Sommer begrenzen

„Die Tendenz zu immer heißeren Sommern und einer Zunahme von Hitzetagen und Tropennächten ist unverkennbar. Deshalb brauchen wir ein Konzept, wie wir die damit verbundene Aufheizung in den nächsten 10 bis 20 Jahren begrenzen“, sagt Fraktionschef Norman Volger. Zwischen dichten Innenstadtquartieren und größeren Freiflächen in Randlagen gebe es Temperaturunterschiede von bis zu 10 Grad Celsius.

Seit 1963 sei es in Leipzig im Mittel um 1,6 Grad wärmer geworden, auch die Zahl der Tropennächte nimmt kontinuierlich zu. „Das hat auch Auswirkungen auf die Gesundheit vieler Menschen, wie Statistiken und Befragungen zeigen“, betont Volger. Die sehr stabile Extremwetterlage mit heißem und trockenem Wetter sei nachweislich eine Konsequenz aus den zunehmenden Veränderungen im globalen Klimasystem.

Mikroparks und Straßenbäume gefordert

Wichtig sei es daher, Frischluftschneisen, Kaltluftentstehungszonen und Biotopverbindungen zu definieren und rechtlich verbindlich vor Bebauung zu schützen. „Wenn aufgeheizte Luft nicht abtransportiert wird, verbleiben Wärme und Schadstoffe länger im verdichteten Stadtraum“, konstatiert der umweltpolitische Sprecher der Grünen.

Vorgeschlagen werden Mikroparks, darunter Flächen für Urban Gardening, die gezielt für Abkühlung sorgen. „Derzeit hat die Verwaltung das nicht im Blick. Deshalb müssen wir uns Gedanken machen, wo diese notwendig sind“, so Volger. Als innovative Lösung zu erproben sei beispielsweise die teilweise Herauslösung einzelner Plätze, Straßen oder Kreuzungen aus dem Straßennetz und ihre Umgestaltung zu Parkanlagen. Denkbar wäre dies nach Ansicht der Grünen beispielsweise an innenstadtnahen Plätzen wie dem Schützenplatz oder Stadtteilplätzen wie dem Neustädter Markt

Um größtmögliche Effekte zu erreichen, sollten in den nächsten fünf Jahren bevorzugt hitzeanfällige, dicht bebaute Straßen, ohne Grün und mit Ost-West-Ausrichtung, mit hitzebeständigen Baumarten bepflanzt werden. Ziel müsse es sein, jährlich 1000 Straßenbäume neu in die Erde zu bringen – zusätzlich zu Ersatzpflanzungen.

Grüne Dächer bei Neubauten angeregt

Weitere Punkte sind das Vorantreiben von Entsiegelung, der Schutz von Innenhöfen vor Bebauung, die Schaffung von grünen Dächern und Fassaden bei Neubauten sowie eine flächendeckende Versorgung mit Wasserspendern und Trinkbrunnen. „Bei Neubauten wie der Schwimmhalle sollte geprüft werden, ob sie bei Hitze als Freibad genutzt werden können. Dafür gibt es Cabriolösungen“, regt Grünen-Stadtrat Michael Schmidt an.

Von Mathias Orbeck

Mehr zum Thema: Bäume statt Parkplätze – Streit um Pflanz-Aktion in Leipzig-Süd

In der Leipziger CDU haben es Frauen offenbar besonders schwer, für ein politisches Mandat nominiert zu werden. Ein kleiner Zirkel von Männern entscheide über solche Fragen, heißt es hinter vorgehaltener Hand. CDU-Urgestein Volker Schimpff äußert sich im LVZ-Interview zur Sache.

26.11.2018

Die SPD-Fraktion im Leipziger Stadtrat möchte den Stadtkonzern Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV) mit einem satten Betrag fit für die Zukunft machen. Ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 238 Millionen Euro soll die Kommune in Eigenkapital umwandeln.

26.11.2018

Mehrere Beschlüsse hat der Stadtrat Leipzig am Donnerstag Abend gefasst. Von der Vergabe der Schulspeisung bis zur Aufstockung der Papierkörbe in Leipzig – hier das Wichtigste im Überblick.

22.11.2018