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Stadtpolitik Leipzig, Berlin oder Potsdam – Entscheidung über Sitz der Technologie-Agentur im September
Leipzig Stadtpolitik Leipzig, Berlin oder Potsdam – Entscheidung über Sitz der Technologie-Agentur im September
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18:01 30.07.2019
„Das Rennen um den Standort ist weiter offen.“ Rafael Laguna de la Vera, Gründungsdirektor der neuen Agentur für Sprunginnovationen kündigte an, dass die Entscheidung im September fällt. Quelle: Open-Xchange GmbH
Leipzig

Die von Sachsen und der Messestadt getragene Bewerbung für Leipzig als künftigen Standort für die neue milliardenschwere Bundesagentur für Sprunginnovationen (#SprinD) hat ein großes Echo ausgelöst. Vor allem in Brandenburg pochen Landespolitiker darauf, dass es offenbar eine Standort-Vorentscheidung für die Metropol-Region Berlin/Potsdam gegeben habe. So twitterte die SPD-Bundestagsabgeordnete Manja Schüle (Wahlkreis Potsdam, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming): „Gründungskommission #SprinD hat Metropolregion Berlin empfohlen. Sollte man akzeptieren, oder?“ Der viel beachtete Tweet wurde am Montag als Reaktion auf eine LVZ.de-News gesendet, demnach Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Leipzigs OBM Burkhard Jung (SPD) ein gemeinsames Schreiben samt Einladung nach Leipzig an Gründungsdirektor Rafael Laguna de la Vera gesendet hatten.

Brandenburg schon vor Leipzig beworben

Schon vor der Leipziger Offensive hatte sich Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) für seine Landeshauptstadt als Agentur-Zentrum stark gemacht. „Potsdam ist hervorragend als Sitz für diese neue, innovative Agentur geeignet. Unser Ruf ist weltweit exzellent“, sagte der SPD-Politiker. Es würden beste Bedingungen herrschen, außerdem würde der Bund mit der Ansiedlung „ein sehr starkes Signal für den Osten Deutschlands aussenden“. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sieht den Sitz der High-Tech-Agentur schon an den Ufern von Spree und Dahme. „Ich bin zuversichtlich, dass wir auch den Gründungsdirektor für diese Idee begeistern und von den Vorteilen unserer Region überzeugen können“, sagte Müller. Der gemeinsame Innovationsraum mit Brandenburg böte das richtige Umfeld für die Agentur.

Gründungsdirektor Laguna de la Vera (55) verweist dagegen weiterhin darauf, dass noch keine Entscheidung getroffen sei. So machte der gebürtige Leipziger, der in Pegau aufwuchs und 1974 mit seinen Eltern in den Westen übersiedelte, in einem Interview mit MDR aktuell noch einmal klar, wie sehr ihn das Angebot aus seiner Heimatstadt gefreut habe. Er werde mit einer Roadshow im August sich mit Vertretern von beiden Ministerien ein Bild vor Ort in der Messestadt machen. „Das Rennen um den Standort ist weiterhin offen, die Entscheidung wird im September fallen“, kündigte er an. Er glaube schon, dass sich die Kommission auch von ihm überzeugen lasse, wenn er einen besseren Standort als die Groß-Region Berlin-Potsdam vorschlage. Wichtig seien vor allem die Erreichbarkeit, die Nähe zu wissenschaftlichen Forschungsinstituten und die Unterstützung der Politik. Und er fügte in Anspielung auf seine Herkunft noch an, dass es ihn als „alten Ossi“ natürlich freuen würde, wenn die Agentur ihren Hauptsitz im Osten fände.

Nur wenige Jobs würden entstehen

Zugleich relativierte Laguna de la Vera gegenüber dem MDR die großen Erwartungen an die neue Innovations-Agentur in Sachen auf Arbeitsplätze. Es werden am Hauptstandort rund 35 bis 50 neue Jobs in einer GmbH entstehen, sagte der global agierende IT-Manager und Vorstand der Open XChange-AG (Olpe/Sauerland). Wichtig seien deshalb auch die vielen kleinen GmbHs, die rund um die Zentrale aufgebaut würden. „Das könnten durchaus 35 bis 50 werden“, so Laguna de la Vera.

Sprunginnovationen setzen auf radikale technologische Neuerungen, haben aber auch neue Geschäftsmodelle und soziale Veränderungen im Blick. Es geht etwa um die Bereiche Künstliche Intelligenz, Klimaschutz und Gesundheit. Mit der Gründung der Agentur von Bundeswirtschafts- und Wissenschaftsministerium Mitte Juli wurde ein Beschluss des Bundeskabinetts umgesetzt. Die Agentur ist zunächst für eine Laufzeit von zehn Jahren geplant, für sie sind zur Zeit rund eine Milliarde Euro vorgesehen. Mit mehr Innovationen „Made in Germany“ sollen so auch zukunftsfähige Arbeitsplätze in Deutschland entstehen.

Von André Böhmer

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