Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Stadtpolitik Leipzig braucht bis 2030 etwa 21 000 Schulplätze mehr
Leipzig Stadtpolitik Leipzig braucht bis 2030 etwa 21 000 Schulplätze mehr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:39 16.06.2019
Leipzig baut Schulen: Hier die Baustelle für die Grundschule in der Jablonowskistraße nahe der Brüderstraße, die zum Schuljahr 2020/21 in Betrieb gehen soll. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Etwa 21 000 Schüler mehr als derzeit – um diese Zahl wird die Anzahl der Kinder und Jugendlichen in den Leipziger Grundschulen, Oberschulen und Gymnasien bis 2030/31 steigen. Davon geht der Schulentwicklungsplan Leipzig aus, dessen überarbeitete Version am 26. Juni im Stadtrat beschlossen werden soll. Rein rechnerisch muss Leipzig bis dahin 16 Grundschulen mit vier Parallelklassen, sieben neue Oberschulen sowie 12 weitere Gymnasien mit jeweils fünf Parallelklassen zusätzlich errichten. Oder eben vorhandene Häuser aufstocken. „Die Geburtenzahl ist zwar leicht zurückgegangen, die Schülerzahlen steigen aber in den nächsten Jahren wieder an“, sagt Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD): „Die Kinder, die in sechs Jahren in die Schule kommen, sind ja bereits geboren.“ Deshalb bleibe der Bau neuer Schulen sowie der Ausbau vorhandener Gebäude auch in den kommenden Jahren die große Herausforderung für die Stadt. Aktuell gibt es in Leipzig 20 720 Grundschüler, 12 047 Oberschüler sowie 15 664 Gymnasiasten. An der Förderschule lernen 2563 Kinder.

Sofortprogramm für Investitionen läuft

Wie berichtet, hat die Stadt mit ihrem Sofortbauprogramm Schulen vom Juni 2018 reagiert, um kurzfristig Engpässe zu verringern. Bis 2022 sollen aus diesem Programm etwa 150 Millionen Euro investiert werden, zusätzlich zu vielen laufenden Projekten. So entstehen beispielsweise die Oberschule am Barnet-Licht-Platz sowie das Gymnasium Mannheimer Straße (Fertigstellung jeweils 2020/21) sowie das Gymnasium Schraderhaus (2021/22). Zusätzlich werden Baumaßnahmen vorgezogen (zum Beispiel Gymnasium Wiederitzsch, Oberschule Wiederitzsch).

Die Situation bleibe aber dennoch angespannt, räumt Fabian ein. Bis die Neubauten stehen, müssen daher alle verfügbaren Unterrichtsräume genutzt werden. Auch mit der Konsequenz, dass es beispielsweise in vielen Grundschulen keine separaten Horträume mehr gibt. „Wir werden noch einige Jahre eine hohe Auslastung an Oberschulen und Gymnasien haben.“ Die langfristige Planung – basierend auf der Bevölkerungsprognose – gehe aber keineswegs von einer Überbelegung aus. Wichtig sei, dass die notwendigen Investitionen zügig beginnen. Dabei ist die Stadt mit ihrer Task Force, die diese in den Ämtern voranbringt, deutlich schneller geworden. „Wir sind auf gutem Weg, dürfen aber in den nächsten Jahren nicht nachlassen“, konstatiert Fabian.

Run aufs Gymnasium ist größer geworden

Dabei muss Leipzig auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren. So nutzen Eltern ihre Wahlfreiheit, ihr Kind auch ohne Bildungsempfehlung ans Gymnasium zu schicken. Dadurch hat sich die Übergangsquote von der Grundschule auf das Gymnasium von 49,4 Prozent im Schuljahr 2016/17 auf über 55 Prozent im Schuljahr 2018/19 erhöht. Die Herausforderung: Jährlich werden so zusätzlich zehn Eingangsklassen im gymnasialen Bereich benötigt. Die Zahl der DAZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) hat sich nicht verändert – auch wenn inzwischen deutlich weniger Asylbewerber nach Leipzig kommen. Ungebrochen bleibt jedoch der Zuzug von Familien aus dem europäischen Ausland, deren Kinder Deutsch lernen.

Geändert haben sich die Regelungen im Schulgesetz, etwa die neue Verordnung zur Klassenbildung in der Fünften. Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sollen besser integriert werden – dadurch werden die Klassen kleiner. Als Obergrenze sieht das Gesetz einen Richtwert von 28 Schülern pro Klasse vor. Bei Förderbedarf wird mit 23,5 (Oberschule) sowie 25 (Gymnasium) geplant.

Diese Schulen sind im Bau bzw. geplant

Grundschulen: Opferweg (Fertigstellung Schuljahr 2019/20), Baumannstraße (2020/21), Gießerstraße (2020/21), An der Kotsche (2020/21), Brüderstraße/Jablonskistraße (2020/21), Gerichtsweg (Bedarf ab 2023/24), am Eutritzscher Ladebahnhof (ab 2023/24), Tauchaer Straße (ab 2024/25), Möckern/Gohlis (ab 2024/25), 120. Grundschule (ab 2024/25), Torgauer Platz (ab 2025/26), Lößnig/Marienbrunn (ab 2025/26), Karlsruher Straße (ab 2025/26), Uranussstraße (ab 2025/26), Feuerwache Ost (ab 2026/27), Möckern (ab 2026/27), Mockau (ab 2027/28) sowie Döbelner Straße (ab 2027/28).

Oberschulen: Höltystraße (Fertigstellung 2020/21), Ihmelstraße (2020/21), Hainbuchenstraße (Bedarf ab 2022/23), OS alte Neruda-Schule (ab 2022/23), Dösener Weg (ab 2025/26), Kolmstraße (ab 2027/28), Friesenstraße (ab 2028/29) sowie am Torgauer Platz (ab 2029/30).

Gymnasien: Karl-Heine-Straße (Fertigstellung 2020/21), Ihmelstraße (Bedarf ab 2022/23), Prager Spitze (ab 2023/24), Plagwitz/Lindenau (ab 2024/25), Dösener Weg (ab 2025/26), nördlich des Zentrums (ab 2025/26) sowie Alte Messe (ab 2027/28).

Von Mathias Orbeck

Wie geht es mit den neuen Größen-Verhältnissen weiter im Leipziger Stadtrat? Und was passiert, wenn die AfD mit Blick auf ihre stark vergrößerte Fraktion einen Dezernenten-Posten beansprucht? OBM Burkhard Jung (SPD) äußert sich im Interview mit der LVZ.

15.06.2019

Nach der Kommunalwahl vom Mai hat sich die neue SPD-Fraktion im Leipziger Stadtrat konstituiert. Zu ihrem Vorsitzenden wählte sie Christopher Zenker, der bereits in der zurückliegenden Legislaturperiode das Amt innehatte.

14.06.2019

Die Stadt Leipzig und die Auswahlkommission des Stadtrates haben sich für Axel Schuh als neuen Branddirektor entschieden, der bislang die Abteilung Einsatz leitet und Vize-Branddirektor ist. Doch nun landet die Auswahl vor Gericht.

12.06.2019