Leipzig will „Kunst am Bau“ fördern
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Stadtpolitik Leipzig will „Kunst am Bau“ fördern
Leipzig Stadtpolitik Leipzig will „Kunst am Bau“ fördern
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13:01 14.01.2020
Kunst am Bau: Darauf legt der Freistaat Sachsen viel Wert – wie hier am Nieper-Bau der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in der Karl-Liebknecht-Straße. Die Stadt Leipzig will nun Kunst am Bau bei ihren Schulen und Kitas fördern.
Kunst am Bau: Darauf legt der Freistaat Sachsen viel Wert – wie hier am Nieper-Bau der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in der Karl-Liebknecht-Straße. Die Stadt Leipzig will nun Kunst am Bau bei ihren Schulen und Kitas fördern. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Leipzig wird viel gelobt für seine Passagen und Denkmale, die zum Flair der Stadt gehörent. Das liegt wohl auch daran, dass sich die Stadtväter und Bauherren viele Gedanken gemacht haben, wie neu entstehende Bauten ins Stadtbild passen und dabei viel Wert auf Details gelegt haben. So sind viele Gebäude, Kirchen oder Verwaltungsbauten entstanden, deren architektonische Botschaft durch Kunst am Bau verstärkt wurde. Doch wie ist es heute? Bei vielen Neubauten spielt Kunst am Bau – trotz Architekturwettbewerb – eine oft untergeordnete Rolle. Wohl auch aus Kostengründen. Damit sich das ändert, hat der Stadtrat kurz vor Weihnachten eine Richtlinie beschlossen. Der unscheinbare Name: „Leipzig // Stadt // Raum // Kunst“.

Jennicke: Meilenstein zur modernen Stadt

Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) sieht darin einen „Meilenstein auf dem Weg zu einer modernen Stadt“ erreicht, die sich ihrer Verantwortung gegenüber Kunst im öffentlichen Raum und am Bau positiv verpflichtet sieht. Leipzig stelle sich damit in eine Reihe mit anderen großen deutschen Städten, wie etwa München, die mit kommunalen Mitteln Kunst im öffentlichen Raum und Kunst am Bau gezielt, dauerhaft und progressiv fördern. „Kunst im öffentlichen Raum und Kunst am Bau haben in Leipzig eine jahrhundertealte Geschichte“, betonte Kulturbürgermeisterin Jennicke. „Diesen Anspruch im 21. Jahrhundert fortzuführen, ist sich die Stadt Leipzig bewusst und wird ihm mit dieser Richtlinie gerecht.“

Die Strategie tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. Dann sollen zunächst zwei Bauvorhaben pro Jahr gefördert werden. Gleichzeitig stellt die Stadt dann ein jährliches Budget in Höhe von 100 000 Euro zur Verfügung.

Peters: Lücken in kultureller Ausrichtung

„Es ist geradezu ein Glücksfall für Kunst am Bau, dass wir in Leipzig in den kommenden Jahren eine bekanntermaßen große Zahl von Kitas und Schulen bauen“, so Tobias Peter (Grüne). Diese Chance sollte genutzt werden. Zumal die Aufstellung einer Plastik, die Erstellung einer Wandmalerei oder eines künstlerisch gestalteten Fußbodens kaum die Fertigstellung eines Gebäudes verzögere. Die Grünen setzten durch, dass es bei Bauvorhaben an Schulen und Kitas auch nachträglich eine Ausstattung von Kunst am Bau geben kann – bis 2030. Mandy Gehrt (Linke) verwies darauf, dass die Initiative im Sommer 2016 von ihrer Fraktion ausgegangen sei. „Wir können eine Lücke in der kulturellen Ausrichtung unserer Stadt schließen“, betonte sie.

Niermann: Beirat einberufen

Andrea Niermann (CDU) machte sich dafür stark, einen demokratisch legitimierten Beirat einzuberufen, bei dem neben Fraktionsvertretern auch Künstler, Architekten oder Kunsthistoriker vertreten sind. „Kunst liegt oft im Auge des Betrachters“, sagte sie. „Deshalb bin ich froh, wenn es Fachleute gibt, die einen bei der Entscheidung – Ist das Kunst oder kann das weg? – unterstützen.“

Von Mathias Orbeck