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Stadtpolitik Leipziger Stadtrat gibt mehr Geld für Mehrwegbecher-Projekt
Leipzig Stadtpolitik Leipziger Stadtrat gibt mehr Geld für Mehrwegbecher-Projekt
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18:47 22.05.2019
Unnötiger Müll: Einwegbecher könnten in mehr oder weniger großen Teilen durch Mehrweggefäße ersetzt werden. Quelle: Fotolia
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Leipzig

Kaffee schmeckt nicht nur den Kaffeesachsen. Jeder Deutsche trinkt im Schnitt jährlich 162 Liter, mehr als von jedem anderen Getränk. Wer den Kaffee aus Coffee-to-go-Einwegbechern schlürft, gilt angesichts des Mülls als Umweltsünder. Eine breite Bewegung, der sich nun Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) an die Spitze gestellt hat, will sie aus dem Alltag verbannen. In Leipzig hat die Regionalgruppe Leipzig des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Kampagne „Recycling2go“ gestartet. Die Idee: Mehrwegbecher für den braunen Muntermacher.

Projekt droht am Geld zu scheitern

Wie berichtet, haben daraufhin die ersten 20 Händler das Pfandbecher-System „Recup“ eingeführt. Das Mehrweg-System für Kaffeebecher droht(e) Ende Mai zu scheitern, weil die Förderung des Projektes durch das Leipziger Umweltamt nicht ausreichend gesichert ist. Die Grünen wollen dies ändern und haben eine Aufstockung des Etats auf 27 300 Euro (bisher 5000 Euro) gefordert. „Das Projekt ist angelaufen – um wirklich eine signifikante Menge zum Umstieg auf Mehrwegbecher zu bewegen, bedarf es noch weiterer Anstrengungen“, sagte Norman Volger (Grüne). Linke und SPD sehen dies ähnlich. Das Projekt soll aber Ende 2019 auf den Prüfstand, um den Erfolg zu messen.

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Was nützt ein kurzfristiger Zuschuss?

Sven Morlok (FDP) warnte davor, Regeln der Fördermittel-Vergabe ad absurdum zu führen. Hintergrund: Für die Projektförderung gibt es im Amt für Umweltschutz ein Budget von 247 750 Euro. Für alle eingereichten Anträge reicht das aber nicht aus. Das Mehrwegbecher-Projekt sollte nur mit 5000 Euro gefördert werden. Achim Haas (CDU): „Wir sind zwar dafür, Pappbecher im öffentlichen Raum zu vermeiden.“ Ein einmaliger kurzfristiger Zuschuss bringe das Projekt aber nicht zum Laufen. Katharina Krefft (Grüne): „Die Umweltverbände sind nicht schuld daran, dass wir soviel Müll in der Stadt haben.“ Der Zuschuss wurde letztlich mit 36 Ja- gegen 24-Nein-Stimmen gebilligt.

Von Mathias Orbeck