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Stadtpolitik Leipzigs Oberbürgermeister Jung: Ex-Kinderklinik geeigneter für Flüchtlinge
Leipzig Stadtpolitik Leipzigs Oberbürgermeister Jung: Ex-Kinderklinik geeigneter für Flüchtlinge
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19:17 19.08.2015
Von Evelyn ter Vehn
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Quelle: dpa
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Leipzig

Leipzigs Stadtoberhaupt fordert „Ehrlichkeit und Verlässlichkeit“ in der Zusammenarbeit der Behörden. Was nicht gemeinsam in Gremien besprochen werde, könne hinterher nicht aus dem Hut gezaubert werden, so Burkhard Jung (SPD) am Mittwoch. In regelmäßigen und verbindlichen Gesprächen könnten Freistaat und Kommunen Lösungen vor Ort finden. Wie die Stadt mitteilt, will sich der Oberbürgermeister am Donnerstag selbst ein Bild von der Lage in der Ernst-Grube-Halle machen.

Auch Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) hatte nach einem Besuch in der Grube-Halle betont, dass die Kommunikation zwischen Land und Kommunen verbessert werden müsste. Bei der Suche nach weiteren geeigneten Objekten müssten die Bürgermeister mit einbezogen werden.

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Bereits am Freitag war bekannt geworden, dass die Stadt offenbar in letzter Minute vom Freistaat über die Einrichtung der Unterkunft Grube-Halle informiert worden ist. Die Halle auf dem Sportcampus als Unterkunft für rund 400 Menschen bezeichnete Jung jetzt als „absolute Notlösung“. Der Freistaat könne auf besser geeignete, eigene Objekte in der Stadt zurückgreifen. Jung nennt das ehemalige Kinderkrankenhaus in der Oststraße. Die Räumlichkeiten böten Privatsphäre und seien auch zur Versorgung der Asylbewerber besser geeignet. Die Stadt Leipzig wolle so lange wie irgend möglich darauf verzichten, Flüchtlinge in Turnhallen unterzubringen, heißt in der Stellungnahme des Oberbügermeisters weiter.

HTWK-Stura spricht von "Armutszeugnis"

Unterdessen wurde in der Nacht zu Mittwoch auch die Sporthalle der HTWK Leipzig vom Land als Notunterkunft belegt. Gegen 4 Uhr morgens kamen 51 Menschen dort an, die das vom Regen überflutete Chemnitzer Zeltlager verlassen mussten. Der Studentenrat der HTWK prangert auch bei dieser Halle die "plötzliche, intransparente Vorgehensweise des Sächsischen Ministeriums des Inneren" an. Das Gremium hält es zudem für ein "Armutszeugnis", dass eine wirtschaftlich starke Nation wie Deutschland den Geflüchteten nur eine Massenunterkunft bieten könne. In der Halle in der Arno-Nietzsche-Straße liefen außerdem noch Renovierungsarbeiten.

Übersetzer gesucht

Gleichzeitig zeige man sich solidarisch mit den Geflüchteten. StuRa-Sprecher Tom Sperschneider versicherte, dass die Studenten Hilfe organisieren und die Malteser beim Betrieb der 1500 Quadratmeter großen Halle unterstützen wollen. Dafür werden noch Übersetzer gesucht, die Sprachen wie Russisch, Arabisch oder Französisch beherrschen. Wer helfen kann, soll sich per Mail an sprecher@stura.htwk-leipzig.de wenden oder direkt im Büro des Studentenrates, Geutebrückbau G101.