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Stadtpolitik Leipzigs Red Bull Arena soll bessere Straßenbahn-Anbindung erhalten
Leipzig Stadtpolitik Leipzigs Red Bull Arena soll bessere Straßenbahn-Anbindung erhalten
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22:19 05.12.2019
In der Waldstraße liegen die Gleise zu eng – breitere Straßenbahnen können dort nicht fahren. Deshalb will die Stadt den Gleisabstand vergrößern. Quelle: André Kempner
Leipzig

In der Stadtverwaltung sind Planungen für die Erneuerung der Straßenbahngleise in der Waldstraße und in der sogenannten Gleisschleife angelaufen. Vorgesehen ist, die Anlagen bis zur Fußball-Europameisterschaft 2024 (EM) zu ertüchtigen. Wie berichtet, findet das Turnier in Deutschland statt – und Leipzig wird ein Austragungsort sein. Die Stadt könne deshalb mit Fördermitteln für den Umbau der Gleise rechnen, heißt es im Rathaus. Für die Planer sind das ideale Bedingungen. Trotzdem gibt es Kritik.

Breitere Bahnen in der Waldstraße

Erste Überlegungen für den Umbau wurden bereits im Stadtbezirksbeirat Mitte erläutert. Vertreter der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) sowie des Verkehrs- und Tiefbauamtes erklärten dort, dass in der Waldstraße zwischen Jahnallee und Primavesistraße die Straßenbahngleise weiter auseinandergelegt werden sollen, damit zur Fußball-EM dort neue, breitere Straßenbahnen eingesetzt werden können.

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Für diese Arbeiten müsse die Waldstraßenbrücke über den Elstermühlgraben voraussichtlich ein Jahr voll gesperrt werden, heißt es im Protokoll der Ausschusssitzung. Erwogen wird auch, die Haltestellen in der Waldstraße barrierefrei zu gestalten und den Stop am Mückenschlösschen in Richtung Süden zu verlegen. Dadurch würde sich der Haltestellenabstand in der Waldstraße verkürzen.

Wird die Schleife verlegt?

Verschiedene Szenarien werden offenbar für die Gleisschleife geprüft, die aktuell durch die Feuerbachstraße führt. Die Planer erläuterten gegenüber den Mitgliedern des Stadtbezirksbeirats Mitte, dass eine ursprünglich geplante Verlängerung der Schleife bis zum Parkplatz vor dem Stadion nicht entstehen, stattdessen eine Schleife durch die Max-Planck-Straße erwogen wird, an der auch eine barrierefreie Haltestelle gebaut werden könnte. Die LVB prüfen derzeit, ob sich eine solche neue Wendeschleife in Zukunft als Endpunkt für eine Straßenbahnlinie nutzen lässt.

Beiratsmitglieder wollten wissen, ob die Planer auch Alternativen zur Feuerbachschleife prüfen, da es bei Fußballspielen im Viertel ein sehr hohes Verkehrsaufkommen gebe und es deshalb den Straßenbahnen schwerfallen dürfte, durch das eng bebaute und beparkte westliche Waldstraßenviertel zu fahren. Daraufhin wurde ihnen mitgeteilt, dass auch geprüft worden sei, die Gleisschleife in den Bereich der Festwiese zu verlegen, was aber wieder verworfen wurde.

„Andere Stadien sind besser angebunden“

Anwohner halten diese Planungen für unzureichend. Die Fördermittel zur Fußball-EM müssten zur Umsetzung eines „Gesamtverkehrskonzeptes Red-Bull-Arena“ genutzt werden, argumentieren sie. Dies bedeute, die Kapazität der neu angedachten Gleisschleife und ihrer Haltestelle deutlich zu erhöhen – etwa durch den Bau mehrerer Überholgleise und Aufstellmöglichkeiten für Straßenbahnen, die insbesondere den Abtransport nach Veranstaltungen übernehmen. „

Es gibt andere Städte mit Stadien dieser Größe, die mehr Aufstellmöglichkeiten für Einsatzbahnen haben“, sagt zum Beispiel RB-Fan Ulf Walther und zweifelt an, dass die jetzigen Pläne der Erweiterung des Stadions auf 50 000 Plätze gerecht werden. Auch die Haltestelle Sportforum Süd und Waldplatz Arena müssten im Zuge des Ausbaus des Stadions an die neuen, größeren Verhältnisse angepasst werden, findet er. „Das ist sicher nicht einfach“, so der Reudnitzer. „Aber wenn die Mittel für eine moderne Straßenbahnanbindung verfügbar sind, dann müssen sie auch optimal genutzt werden.“

Rathaus arbeitet an einem Gesamtkonzept

Im Verkehrs- und Tiefbauamt wird betont, dass die geplanten Gleisbauarbeiten eng mit anderen Anstrengungen zur Entwicklung des Stadionumfeldes abgestimmt seien. „Wir erarbeiten ein Entwicklungskonzept für den Bereich zwischen der Arena Leipzig, der Friedrich-Ebert-, Eitingon- und Goyastraße sowie der Straße Am Sportforum“, sagt Amtsleiter Michael Jana.

In dieses Konzept werde auch die Entwicklung des Sportmuseums, der sozialen Infrastruktur und eine mögliche Öffnung der Alten Elster für den Hochwasserschutz eingearbeitet. An eine Verlegung der Feuerbachschleife in den Bereich der Festwiese sei nicht gedacht, ebenso nicht an Veränderungen an dem Haltestellen Sportforum Süd und Waldplatz/Arena.

Von Andreas Tappert

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