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Stadtpolitik Liebertwolkwitzer haben Déjà-vu-Erlebnis
Leipzig Stadtpolitik Liebertwolkwitzer haben Déjà-vu-Erlebnis
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20:08 04.08.2019
Die Baustelle auf der Kreuzung Muldentalstraße/Störmthaler Straße in Liebertwolkwitz: Ab Montag kommt hier niemand mehr durch.
Die Baustelle auf der Kreuzung Muldentalstraße/Störmthaler Straße in Liebertwolkwitz: Ab Montag kommt hier niemand mehr durch. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Vor reichlich einem Jahr hatten Tiefbauarbeiten an der zentralen Liebertwolkwitzer Kreuzung Muldentalstraße/Kirchstraße/Bornaer Straße schon einmal mächtig Staub aufgewirbelt. Was Ortsvorsteher und Anrainer damals mächtig ärgerte, waren die mangelhafte Informationspolitik der Stadtverwaltung und die Umleitungsbeschilderung. In diesem Sommer scheint sich das Szenario zu wiederholen.

Arbeiten laufen schon seit Mitte Juli

Schon seit Mitte Juli geht es an der Kreuzung Muldentalstraße/Störmthaler Straße am südlichen Rand von „Wolks“ um das Auswechseln von Schmutz- und Trinkwasserleitungen. Ab Montag werden in diesem Bereich außerdem noch die beiden Bushaltestellen „Störmthaler Straße“ barrierefrei ausgebaut. Gleichzeitig erfolge ein behindertengerechter Umbau der dortigen Ampelanlage, teilte das Verkehrs- und Tiefbauamt jetzt mit. Im Zuge der Baumaßnahme werde auch die Fahrbahndecke der Muldentalstraße erneuert, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung.

Vollsperrung gilt bis 20. September

Der Straßenabschnitt müsse während der Bauzeit – voraussichtlich bis 20. September – für den Durchgangsverkehr voll gesperrt werden, Ersatzhaltestellen würden eingerichtet, Fußgänger könnten passieren. Der Autoverkehr von Süden werde von der Muldentalstraße über die Göltzschener Straße und die Umgehungsstraße (Staatsstraße 242) umgeleitet. Die Busse der Linie 75 verkehrten über die Muldentalstraße/Am Niederholz/Großpösnaer Straße sowie in Gegenrichtung über die Großpösnaer Straße/Oberholzstraße/Muldentalstraße.

Umleitungsschilder schrecken auf

So weit, so prima. Was Ortschef Roland Geistert (Liebertwolkwitz Unabhängige Vertreter) tief enttäuscht, ist einmal mehr der Umstand, dass er sich in der Sache schlecht bis gar nicht informiert fühlt. „Seit einigen Tagen haben wir hier wieder Umleitungsschilder, die haben die Leute aufgeschreckt. Ich bin gleich ans Telefon, um im Verkehrs- und Tiefbauamt mal nachzuforschen, was denn der Grund für die Vollsperrung ab dem 5. August ist“, berichtet er. Geistert und andere, allen voran die Gewerbetreibenden in der Muldentalstraße, haben gerade ein Déjà-vu-Erlebnis.

Muldentalstraße ist nahezu komplett befahrbar

Im Sommer 2018 waren die Arbeiten an der Kreuzung am „Schwarzen Ross“ ebenfalls mit wenig Auskunftsfreude seitens der öffentlichen Bauherren und mit einer fragwürdigen Umleitungsbeschilderung einhergegangen. Das ist jetzt wieder so. Wer mit dem Auto von Leipzig auf „Wolks“ zusteuert, wird kurz hinter Meusdorf darüber aufgeklärt, dass die Ortsdurchfahrt gesperrt ist und er am besten auf der S 242 bleibt. Dass die Muldentalstraße mit ihren Discountern und Läden nichtsdestotrotz nahezu in Gänze passierbar ist, erfährt er nicht.

Apothekerin versteht die Welt nicht mehr

Immerhin hat Apothekerin Astrid Müller wie schon im Vorjahr erwirkt, ein Zusatzschild unter der Umleitungstafel anbringen zu dürfen – mit der Botschaft, dass ihr Geschäft per Pkw erreichbar ist. „Es ist wie 2018. Es scheint, als sei Liebertwolkwitz hermetisch abgeriegelt. Dabei ist nur eine Kreuzung am südlichen Ortsausgang betroffen. Und wieder mache ich die Erfahrung, dass im Leipziger Rathaus mit der Beschilderung niemand etwas zu tun haben will.“

„Wolkser“ hoffen auf Nachbesserung

Ob das Verkehrs- und Tiefbauamt auf die Liebertwolkwitzer Kritik reagiert und über die Umleitungsbeschilderung noch einmal nachdenkt, blieb in der Vorwoche offen. Ortsvorsteher Geistert und die Gewerbetreibenden von der Muldentalstraße hoffen drauf.

Von Dominic Welters