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Stadtpolitik Linke Stadträte wollen Konsum beitreten
Leipzig Stadtpolitik Linke Stadträte wollen Konsum beitreten
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07:03 23.04.2019
50 Scheiben zersplitterten nach dem Anschlag auf den Konsum im Westwerk Anfang April. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die Attacke auf den neuen Konsum im Plagwitzer Westwerk hat viele Leipziger entsetzt. Wie berichtet, zerstörten Unbekannte am 11. April mehr als 50 Scheiben der ehemaligen Industriehalle in der Karl-Heine-Straße. Das Landeskriminalamt Sachsen geht wegen des Bekennerschreibens von einer linksextremistisch motivierten Tat aus. Nun hat sich auch die Stadtratsfraktion Die Linke zu Wort gemeldet, die den Angriff ebenfalls verurteilt. „Gewalt gegen Personen und Sachen lehnen wir ab. Diese Grundvereinbarung der Linken darf niemals gebrochen werden. So ist auch eine schweigende Duldung solcher fehlgeleiteten Auswüchse nicht hinzunehmen“, heißt es in einer Erklärung, die jetzt veröffentlicht wurde.

Bärendienst für den Genossenschaftsgedanken

„Dem Genossenschaftsgedanken wird von vermeintlich Linken ein Bärendienst erwiesen“, betont der langjährige Stadtrat Rainer Engelmann gegenüber der LVZ. Viele Fraktionsmitglieder seien „unermüdliche Unterstützer des genossenschaftlichen Engagements“. So seien die Stadträte Birgitt Mai, Carola Lange, Margitta Hollick, Ilse Lauter, Steffen Wehmann, Sören Pellmann und er selbst Konsummitglieder. Die Stadträtinnen und Stadträte Franziska Riekewald, Mandy Gehrt, Adan Bednarsky, William Grosser, Marco Götze, Matthias Weber und Siegfried Schlegel würden nach den Vorfällen einen demonstrativen Beitritt zur Konsumgenossenschaft erwägen.

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Stadtrat Engelmann unterstützt derzeit die Gründung einer Genossenschaft, die die IT-Sicherheit befördern soll. „Nichtsdestotrotz kämpft unsere Fraktion für den Erhalt und den Schutz der Leipziger Freien Kulturszene, denn diese ist ein entscheidender Faktor für die Lebendigkeit unserer Stadt“, ergänzt Mandy Gehrt, die kulturpolitische Sprecherin.

Linke kämpft für Kultur-Vielfalt

Vorgeworfen wird dem Eigentümer der Immobilie, dass wegen des Supermarktes Künstler ihre angestammten Räume verlassen müssen. Dafür gibt es aber keine Grundlage. Auf dem Areal gibt es nach wie vor 120 feste Nutzer, darunter zu einem großen Teil Maler, Bands, Kreative, gemeinnützige Vereine und Werkstätten.

Von Mathias Orbeck

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