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Stadtpolitik OBM-Wahl in Leipzig: SPD stellt Amtsinhaber Jung auf
Leipzig Stadtpolitik OBM-Wahl in Leipzig: SPD stellt Amtsinhaber Jung auf
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12:10 28.09.2019
Burkhard Jung (SPD) spricht bei der Vollversammlung im Werk 2 zu den SPD-Mitgliedern. Seit Samstag ist es offiziell: Leipzigs OBM tritt bei der Wahl im kommenden Jahr erneut an. Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Die Leipziger SPD setzt weiter auf Burkhard Jung, hat den 61-Jährigen am Samstagvormittag zu ihrem Kandidaten für die Wahl des Oberbürgermeisters am 2. Februar 2020 gemacht. 84 der 90 Teilnehmer an der Wahlvollversammlung stimmten in Halle D der Connewitzer Kulturfabrik Werk 2 für das amtierende Stadtoberhaupt – das waren 93,3 Prozent. Es gab fünf Nein-Stimmen und eine Enthaltung.

Jung, seit 2006 oberster Bürger der Messestadt, hatte in seiner Bewerbungsrede die Erfolge der von ihm geführten Stadtverwaltung und der ihn dabei unterstützenden SPD herausgehoben. „Ich will weitere sieben Jahre als Oberbürgermeister für diese wunderbare Stadt rund um die Uhr im Einsatz sein“, sagte der OBM unter dem Beifall der Genossen. „Ich weiß, was geht und was wir schaffen können. Ich stehe auf dem Boden, auch wenn der Kopf manchmal in den Wolken ist.“

OBM will mehr Druck bei Schulbau, Wohnen und Nahverkehr machen

Jung zog eine durchweg positive Bilanz seiner knapp 14-jährigen Amtszeit. Leipzig sei eine überaus lebenswerte Stadt, die meisten Bürgerinnen und Bürger seien mit ihrem Leben zufrieden. Die Arbeitslosigkeit sei von 21 Prozent im Jahr 2005 auf sechs Prozent in diesem Jahr geschrumpft, die wachsende Einwohnerzahl zeige, wie beliebt Leipzig sei. Auch und gerade bei jungen Familien. Die Errichtung neuer Kitas schreite unvermindert voran, „im ersten Quartal 2020 haben wir keine Wartezeiten mehr“, konstatierte Jung.

Beim Schulbau sei zwar noch einiges zu tun, brauche Leipzig bis 2030 weitere 41 neue Bildungsstätten, „aber das Thema habe ich mir auf den Tisch gezogen, weil es mir nicht schnell genug ging“, sagte der frühere Lehrer. Die Zukunftsthemen seien neben der Verbesserung der Schulinfrastruktur das erschwinglich bleibende Wohnen im Stadtgebiet, die Verbesserung einer auf dem Öffentlichen Personennahverkehr basierenden Mobilität und der Klimaschutz.

Jung nennt Sparkassen-Bewerbung einen Fehler

Seine zwischenzeitliche Bewerbung für den Präsidentenposten beim Ostdeutschen Sparkassenverband, die letztlich scheiterte, nannte Jung einen Fehler. Sein Interesse sei in eine Zeit gefallen, in der er und seine Familie massiv bedroht wurden – wegen seines klaren Bekenntnisses für ein weltoffenes, buntes Leipzig. Er werde auch weiterhin immer sagen, „dass jeder, der zu uns kommt und sich zum Grundgesetz bekennt, egal ob Wissenschaftler oder Geflüchteter, bei uns willkommen ist.“

Schon vor der Wahlveranstaltung hatte sich SPD-Stadtchef Holger Mann überzeugt davon gezeigt, mit dem Amtsinhaber auf den Richtigen zu setzen. „Burkhard Jung ist führungsstark, empathisch und erfolgreich. Er hat bewiesen, dass er es kann: Unter ihm ist Leipzig ein Jobwunder gelungen, sind Löhne gestiegen. ist die Arbeitslosigkeit auf Rekordtief, ist unsere Stadt wieder zum international beachteten Kultur- und Kreativzentrum geworden“, lobte Mann den gegenwärtigen Chef im Neuen Rathaus. Jung packe die aktuellen Herausforderungen – bei Schule und Kita, Wohnungsbau und Verkehrswende – für eine gute Entwicklung Leipzigs an. „Dabei vereint er statt zu spalten und hat deswegen unsere volle Unterstützung.“

Herausforderer bringen sich in Stellung

Wie berichtet, hatten Bündnis 90/Die Grünen am vergangenen Wochenende Katharina Krefft (41) zur OBM-Kandidatin gemacht. Die 41-Jährige steht der Stadtratsfraktion ihrer Partei vor. Für die CDU will Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (41) als Oberbürgermeister-Kandidat antreten. Seine offizielle Nominierung durch die Leipziger Union soll im November erfolgen.

Die AfD wird bei einem Parteitag am 12. Oktober ihren Jung-Herausforderer küren. Klar ist auch, dass die Partei Die Linke einen Kandidaten ins Rennen schickt. Der Vorstand will über Namen am 8. Oktober beraten. Auch Piratin Ute-Elisabeth Gabelmann hat signalisiert, sich bewerben zu wollen, wenn ihre Partei dies wolle. Alle Wahl­vorschläge müssen bis spätestens 28. November eingereicht sein. Ein OBM wird in Sachsen turnusmäßig alle sieben Jahre gewählt.

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