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Stadtpolitik Prävention statt Kahlschlag
Leipzig Stadtpolitik Prävention statt Kahlschlag
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09:02 26.02.2019
Die Clubs und Treffs – hier Jugendliche bei Protesten vorm Stadtrat im Januar 2019 – sind finanziell besser ausgestattet. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Die Förderung Freier Träger der Jugendhilfe steht nun auf soliden Füßen: Der Etat 2019/20 wurde auf Initiative von SPD, Grünen und Linken um 3 Millionen für 2019 und 3,5 Millionen Euro für 2020 erhöht. Damit stehen 14,6 beziehungsweise 15,1 Millionen Euro für die Kinder- und Jugendarbeit bereit (die LVZ berichtete). Der Jugendhilfeausschuss Initiativen und Vereine inzwischen bestätigt, die nun ihre Förderbescheide bekommen. Und Juliane Nagel (Linke), Michael Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) und Christopher Zenker (SPD) freut es, dass nun endlich die Fachstandards, auf die sich der Ausschuss verständigt hat, umgesetzt werden können. „Die deutliche Stärkung der Angebote in der Kinder- und Jugendhilfe ist das Ergebnis eines etwa 15-jährigen Prozesses gemeinsamer Diskussionen um eine Verbesserung der Leistungsangebote und der Arbeitsbedingungen der Freien Träger“, schreiben sie in einer gemeinsamen Erklärung.

Mehr Stunden für Fachkräfte möglich

Abgewendet wurde der Kahlschlag in der Jugendhilfe. Wie berichtet, war diese durch „haushaltärische Zwänge einem schleichenden Schrumpfungsprozess ausgesetzt“, wie die drei Kommunalpolitiker betonen. So klaffte ein gewaltiger Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Bemerkbar machte sich dies beispielsweise in den geringeren Öffnungszeiten etlicher Treffs und Klubs, Viele sozialpädagogische Fachkräfte konnten nur Teilzeit arbeiten.

So waren um die Jahreswende mindestens 39 Kinder- und Jugendprojekte gefährdet, die nicht mehr finanziert werden sollen. Ein Dutzend neuer Vorhaben wurde gleich auf Null gestellt. Das ist nun abgewendet. Rein rechnerisch gibt es 30 sozialpädagogische Fachkräfte zusätzlich. Dadurch kann die Arbeitszeit hochgesetzt werden. Möglich sind aber auch Neueinstellungen. Angestrebt wird, dass beispielsweise die offenen Treffs an mindestens 4 Tagen pro Woche geöffnet sind, vor allem in den Nachmittags- und Abendstunden sowie am Wochenende und in den Ferienzeiten.

Die Jugendpolitiker verstehen die bessere finanzielle Ausstattung als Prävention. Auch, um mittelfristig die steigende Fallzahlen bei den Hilfen zur Erziehung in den Griff zu bekommen, deren Leistungen von Jahr zu Jahr teurer werden.

Von Mathias Orbeck

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